

Kreis Böblingen. „Der Arbeitsmarkt im Oktober ist quasi eine Fortschreibung vom September. Ein leichter Rückgang der Arbeitslosen insgesamt, aber eine Zunahme der Arbeitslosen in den Jobcentern, was dem Ukraine-Effekt geschuldet ist, der uns seit Juni begleitet“, kommentiert Johann Beck, Vorsitzender der Geschäftsführung der zuständigen Agentur für Arbeit Stuttgart. „Das erkennt man auch an den betroffenen Personengruppen – ein Aufwuchs ist ausschließlich bei den Frauen und Jugendlichen unter 25 Jahren zu finden, sowie bei den Ausländern, bei denen sich die Schutzsuchenden aus der Ukraine logischerweise statistisch ebenfalls niederschlagen“, so Beck weiter. Die ungefähre Verteilung der Arbeitslosen auf die beiden Rechtskreise – anteilig ein Drittel auf die Agentur für Arbeit und zwei Drittel auf die Jobcenter – sei aber seit Jahren unverändert.
Zu- und Abgänge
Im Oktober verloren 638 Personen ihren Arbeitsplatz (minus 70 gegenüber Vormonat; minus 20 gegenüber Vorjahresmonat). Eine neue Arbeit aufnehmen konnten 615 Männer und Frauen, das sind 74 weniger als im September und 64 weniger als im Vorjahresmonat. „Die geringere Zahl von Abgängen Arbeitsloser in Arbeit deutet darauf hin, dass Unternehmen und Betriebe angesichts der gesamtwirtschaftlichen Folgen des Ukrainekriegs zurückhaltender bei Neueinstellungen werden“, so die Einschätzung von Agenturleiter Beck.
Freie Stellen
Im Oktober 2022 verzeichnete der Landkreis 3025 freie Stellen, das sind 151 weniger als im Vormonat (minus 4,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg der Bestand an freien Stellen leicht an, um 21 Stellen (plus 0,7 Prozent), und liegt inzwischen sogar über dem Niveau vor der Pandemie: Im Vergleichsmonat Oktober 2019 waren der Agentur für Arbeit von Unternehmen und Betrieben im Landkreis 2806 offene Stellen gemeldet worden.
Der Zugang an offenen Stellen ging gegenüber dem Vorjahresmonat um 93 auf 714 zurück, nahm gegenüber dem Vormonat aber immerhin minimal zu (plus 12 Stellen), nachdem es von August auf September zu einem deutlichen Rückgang gekommen war (minus 173 Stellen bzw. minus 19,8 Prozent). Beck hierzu: „Aufgrund der Ungewissheit, wie lange die Krise andauert, sind die Arbeitgeber bei der Meldung offener Stellen zögerlicher geworden, ebenso bei Freisetzungen, aus Angst, keine Arbeitskräfte mehr zu bekommen.“




