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Dekanat

Kreis Böblingen: Kirche auf dem Weg in die Zukunft

Große Veränderungen im Dekanat Böblingen. Neustrukturierung der Kirchengemeinden im Rahmen des Programms „Seelsorge in neuen Strukturen“.
Von Peter Maier
Auf unserem Foto (von links): Felix Kellner, (Bischöfliches Ordinariat - Programm „Räume für eine Kirche der Zukunft“), Annegret Hiekisch (Dekanatsreferentin), Julian Renner (Dekanatsreferent), Barbara Strifler (Bischöfliches Ordinariat - Programm „Seelsorge in neuen Strukturen“), Dekan Anton Feil, Peter Starting (Gewählter Vorsitzender des Dekanatsrates.

Auf unserem Foto (von links): Felix Kellner, (Bischöfliches Ordinariat - Programm „Räume für eine Kirche der Zukunft“), Annegret Hiekisch (Dekanatsreferentin), Julian Renner (Dekanatsreferent), Barbara Strifler (Bischöfliches Ordinariat - Programm „Seelsorge in neuen Strukturen“), Dekan Anton Feil, Peter Starting (Gewählter Vorsitzender des Dekanatsrates.

Bild: Kath. Dekanat Böblingen, Antonia Schneider

Kreis Böblingen. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart stellt sich neu auf. Mit dem Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“ reagiert sie auf Herausforderungen wie sinkende Mitgliederzahlen, weniger pastorales Personal und begrenzte finanzielle Möglichkeiten. Zugleich verbindet sich damit die Chance, kirchliches Leben auch künftig nah bei den Menschen zu gestalten. Auch im Dekanat Böblingen stehen in den kommenden Jahren strukturelle Veränderungen an.

Bereits im Frühjahr 2025 haben Bischof Dr. Krämer und der Diözesanrat den Prozess „Kirche der Zukunft“ angestoßen. Ein Teil des vielschichtigen Prozesses ist das Programm „Seelsorge in neuen Strukturen“. Ziel dieses Programms ist es, die derzeit 1020 Kirchengemeinden der Diözese bis zum Jahr 2030 zu größeren Einheiten zusammenzuführen. So soll die Kirche langfristig handlungsfähig bleiben und ihre pastorale Arbeit weiterentwickeln.

Veränderungen im Dekanat Böblingen

Für das Dekanat Böblingen bedeutet dies: Aus den aktuell 27 Kirchengemeinden in neun Seelsorgeeinheiten werden künftig ein bis zwei neue Kirchengemeinden entstehen. Auch Zusammenschlüsse über Dekanatsgrenzen hinaus sind möglich.

Die neuen Strukturen sollen die Zusammenarbeit stärken und vorhandene Kräfte besser miteinander verbinden. Gleichzeitig bleibt Kirche an vielen Orten präsent. Die bisherigen Kirchengemeinden bestehen als sogenannte „Kirchorte“ weiter und bleiben wichtige Orte des kirchlichen Lebens. Dazu gehören auch Einrichtungen wie Jugendreferate, muttersprachliche Gemeinden, Verbände oder caritative Angebote.

Kirchliches Leben bleibt vor Ort lebendig

Auch in größeren Einheiten sollen Katholiken Verantwortung vor Ort übernehmen können, etwa in Kirchort- oder Themenausschüssen. Die neuen Kirchengemeinden sind rechtlich eine Einheit. Gleichzeitig verstehen sie sich als Seelsorgeräume mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

„Für die Menschen vor Ort ist nicht in erster Linie die Struktur entscheidend, sondern die Frage, unter welchen Bedingungen Glauben gelebt und Gemeinschaft gestaltet werden kann“, sagt Dekan Anton Feil. „Ich möchte den Ehrenamtlichen Mut machen. Dieser Weg bietet die Möglichkeit, Kirche mitzugestalten und neue Formen des Miteinanders zu entwickeln.“

Information, Austausch und Beteiligung

In vielen Gemeinden finden derzeit Gemeindeversammlungen statt, um zu informieren und den Austausch zu ermöglichen. Hauptamtliche Mitarbeiter und Kirchengemeinderäte beraten sich und entwickeln erste Ideen für mögliche Zusammenschlüsse. So konnten an der Dekanatskonferenz vom 25. März die Hauptamtlichen Mitarbeiter der Kirchengemeinden und Fachdienste des Dekanats, ihre Anliegen und Themen direkt mit Vertretern des Prozesses des Bischöflichen Ordinariats und der Steuerungsgruppe des Dekanats diskutieren und weitergeben.

Dekan Feil wirbt für eine gemeinsame Haltung. „Ich wünsche mir, dass wir diesen Weg als solidarische Weggemeinschaft gehen. Wenn wir einander zuhören und unterschiedliche Perspektiven ernst nehmen, kann daraus ein gutes Miteinander wachsen.“

Der weitere Weg im Dekanat Böblingen

Erste Vorschläge der Kirchengemeinden für neue Zusammenschlüsse werden bis Ende April an das Dekanat weitergegeben. Eine Steuerungsgruppe bündelt diese Rückmeldungen und bringt sie als Dekanatsvorschlag in die Überlegungen auf diözesaner Ebene ein. Zu ihr gehören Dekan Anton Feil, Dekanatsreferentin Annegret Hiekisch, Dekanatsreferent Julian Renner, sowie Peter Starting, der Gewählte Vorsitzende des Dekanatsrates und vier weitere ehrenamtlich Engagierte.

Nach Beratungen und Klärung noch offener Fragen mit den Kirchengemeinden, wird Bischof Dr. Krämer im Dezember 2026 auf Grundlage des Votums des Diözesanrats über die die räumliche Umschreibung der maximal 80 neuen Kirchengemeinden ab 2030 der Diözese Rottenburg-Stuttgart entscheiden. Ab Januar 2027 beginnen die Beratungen für die Umsetzung. Die beteiligten Kirchengemeinden erarbeiten gemeinsam die Grundlagen für ihre neue Zusammenarbeit. Diese Gründungsvereinbarung soll bis 2029 fertiggestellt werden.

„Der Tiefe trauen, Weite wagen“

Das Leitbild des Dekanats Böblingen bringt die Haltung zu den anstehenden Veränderungen zum Ausdruck. Es ermutigt dazu, neue Wege zu gehen und zugleich im Vertrauen verwurzelt zu bleiben. „Ich wünsche mir für den weiteren Weg, dass viele ihre Gaben einbringen“, sagt Dekan Feil. „Dann kann dieser Prozess für uns alle zu einem Segen werden.“

Die beschriebene Neustrukturierung der Kirchengemeinden im Rahmen des Programms „Seelsorge in neuen Strukturen“ ist Teil des Gesamtprozesses „Kirche der Zukunft“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Der Prozess umfasst noch weitere Programme wie etwa „Räume für eine Kirche der Zukunft“ oder „Digitalstrategie“, die eigenständig arbeiten und zugleich eng aufeinander abgestimmt sind.

Info

Weitere Informationen zum Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“ stehen unter www.dekanat-bb.drs.de oder www.kirche-der-zukunft.drs.de