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Dialogprozess läuft

Kreis Böblingen: Zum Medizinkonzept des Klinikverbunds sind auch die Bürger gefragt

Interessierte können online Einsicht in Gutachten nehmen, Fragen stellen sowie Anregungen und Kritik äußern.
Von Sarah Peters
Die Flugfeldklinik soll laut Medizinkonzept zum Maximalversorger werden. Bild: Klinikverbund Südwest

Die Flugfeldklinik soll laut Medizinkonzept zum Maximalversorger werden. Bild: Klinikverbund Südwest

Kreis Böblingen. Die Medizinkonzeption 2030 des Klinikverbunds Südwest (KVSW) beschäftigt die Kommunen, Bürger und Gremien (die SZ/BZ berichtete). In den vergangenen drei Wochen wurde das Gutachten in Bürgerinfo-Veranstaltungen, öffentlichen Kreistagssitzungen und Betriebs- und Mitarbeiterversammlungen vorgestellt. Daran knüpft nun ein umfangreicher Dialog- und Einbindungsprozess an, wie der Klinikverbund sowie die Landkreise Böblingen und Calw in einer Pressemitteilung erklären.

Über 70 Interessenvertreter, darunter Ansprechpartner aus dem Bereich der niedergelassenen Ärzte, der Rettungsdienste und weitere Kooperationspartner und Beteiligte seien angeschrieben und um Stellungnahme bis Ende September gebeten worden. Die vor wenigen Tagen eingerichtete Homepage werde künftig zentral beim KVSW hinterlegt (www.klinikverbund-suedwest.de/medizinkonzeption-2030/). Dort ist auch weiterhin ein Postfach eingerichtet, an das Fragen gerichtet werden können (medizinkonzeption@klinikverbund-suedwest.de).

Beschluss noch in diesem Jahr geplant

„Es war uns ein großes Anliegen, frühzeitig und von Beginn an transparent über das Fachgutachten zu informieren. Im weiteren Prozess werden wir nun den Dialog mit den betroffenen Interessensvertretern suchen und die eingehenden Stellungnahmen, Anregungen und Fragen auswerten und in den Entscheidungsprozess der Gremien einfließen lassen“, sagt der Böblinger Landrat Roland Bernhard, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender des KVSW. Es werde mit Hochdruck darauf hin gearbeitet, dass die Medizinkonzeption noch in diesem Jahr beschlossen werden könne, damit Klarheit für alle Beteiligten bestehe und die Umsetzung starten könne.

Die angeschriebenen Interessenvertreter haben bis Ende September Zeit, ihre Stellungnahmen einzureichen. Über die Mail-Adresse können auch alle Bürger Fragen stellen und Anregungen geben. Die Fragen und Anregungen der Mitarbeiter des Klinikverbunds werden KVSW-intern aufgenommen. Die Beiträge sollen im Zuge des laufenden Dialog- und Einbindungsprozesses ausgewertet werden und in die weiteren Beratungen einfließen. „Zudem werden die Fragen, die zum aktuellen Zeitpunkt beantwortet werden können, gesammelt nach und nach auf der Website beantwortet“, heißt es in der Pressemitteilung. Dort werde zeitnah auch das Fachgutachten in der Langfassung zur Verfügung gestellt, ergänzt um allgemein verständliche Erklärfolien.

„Parallel zum Dialog- und Einbindungsprozess werden wir die Vorschläge aus dem Fachgutachten im Detail prüfen und ausarbeiten; wo es möglich ist, werden wir auch Alternativen suchen und bewerten“, sagt Alexander Schmidtke, KVSW-Geschäftsführer. Er sei überzeugt, dass seitens Belegschaft und Bürgerschaft hilfreiche und konstruktive Beiträge hinzukommen werden. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, „dass tiefgreifende Veränderungen und auch schmerzhafte Einschnitte unausweichlich sein werden, um die medizinische Versorgung in der Region langfristig in öffentlicher Trägerschaft zu sichern und allen Standorten im Klinikverbund eine Perspektive zu geben“.