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Meine Meinung

Ruhe taugt nicht als Aufregerthema

Die Überlegungen, dass auf den Straßen der Böblinger Innenstadt nur noch Tempo 30 zulässig sein soll, wird für Diskussionen sorgen, ist sich SZ/BZ-Redakteur Dirk Hamann sicher. "Aber warum eigentlich?" fragt er in seinem Kommentar zu diesem Thema.
Die Anwohner entlang der Tübinger Straße sind seit vielen Jahren hoher Lärmbelastung ausgesetzt. Auch hier könnte einmal Tempo 30 für mehr Ruhe sorgen. Bild: Hamann

Die Anwohner entlang der Tübinger Straße sind seit vielen Jahren hoher Lärmbelastung ausgesetzt. Auch hier könnte einmal Tempo 30 für mehr Ruhe sorgen. Bild: Hamann

Tempo 30 für fast die komplette Innenstadt und die Dagersheimer Ortsdurchfahrt? Sollte das tatsächlich umgesetzt werden, klingt das nach einer fetten Kröte, die Autofahrer in Böblingen zu schlucken haben. Doch diese Idee ist nicht von Menschen geboren worden, um aus ideologischen Gründen Autofeindlichkeit zu demonstrieren. Sondern es handelt sich um einen Vorschlag, der dazu beitragen soll, Menschen, die tagtäglich massivem und auf Dauer gesundheitsgefährdendem Straßenlärm ausgesetzt sind, vor ebenjenem zu schützen. Mit Maßnahmen, die zwar das Tempo drosseln, sich dafür aber ebenso schnell wie kostengünstig realisieren lassen.

Holzgerlingen

macht's vor

Werden sie umgesetzt, das ist klar, wird der Aufschrei groß sein. Aber warum eigentlich? Ist man mit erlaubtem Tempo 50 in der Innenstadt mit Ampeln und Staus etwa viel schneller unterwegs als mit 30? Wenn der Verkehr so gesteuert wird, dass er dann fließt, eher nicht. Was wirklich mit Tempo 30 passiert, ist, dass es leiser in der Stadt wird. So zu beobachten zum Beispiel in der Stadt Holzgerlingen. Dort ist seit Längerem fast überall nur noch Tempo 30 erlaubt – übrigens hat die Umstellung dort nicht für große Aufregung gesorgt. Und? Alles läuft in ruhigen Bahnen.dirk.hamann@szbz.de