

Kreis Böblingen. Der FDP-Kreisverband steht grundsätzlich hinter der Entscheidung zum zweispurigen Ausbau zwischen Böblingen und Holzgerlingen und der Elektrifizierung der gesamten Strecke um einen 15 Minuten Takt zu ermöglichen. „Die prognostizierten Fahrgastzahlen unterstützen diese Investitionsentscheidung“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Unklar sei für die Freien Demokraten allerdings das Krisenmanagement und die Ursachen der Probleme. „Beim spanischen Lieferanten CAF handelt es sich um einen erfahrenen und renommierten Hersteller von Triebwagen. Wie können so viele verschiedene Probleme über Software, Steuerung der Bremsen, Schaltschrankbrand etc. völlig überraschend auftreten? Wer ist beim Betreiber und im Landratsamt für das Risikomanagement und die Abnahmeplanung verantwortlich? Und ist am Ende für die Reaktivierung von Bahnstrecken nicht das Land verantwortlich? Die Konsequenzen tragen die Fahrgäste, die im Schienenersatzverkehr dem täglichen Stau in Richtung Böblingen ausgeliefert sind. Man kann nur hoffen, dass am Ende nicht der Steuerzahler dieses Fiasko bezahlt“, kritisieren die Liberalen.
Die Wiederaufnahme des Zugbetriebs ab dem 23. Februar 2026 könne daher nur ein erster Anfang sein. Dass unter der Woche weiterhin Schienenersatzverkehr notwendig bleibe, zeige zugleich, wie fragil die aktuelle Betriebslage noch sei. Landtagsabgeordneter Hans Dieter Scheerer, der erneut für den Wahlkreis Leonberg kandidiert und Mitglied im Zweckverband Schönbuchbahn ist, macht deutlich: „Der Wiederanlauf des Zugbetriebs darf nicht zum nächsten Belastungstest für die Fahrgäste werden.“
Der schrittweise Neustart wird daher ausdrücklich an eine klare Erwartung geknüpft: „Die Maßnahmen müssen verlässlich funktionieren und weitere Rückschritte darf es nicht geben. Die angekündigten Maßnahmen müssen jetzt konsequent umgesetzt werden. Die Geduld der Fahrgäste ist nahezu aufgebraucht“, so Scheerer.
Umso wichtiger sei eine offene, transparente und regelmäßige Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit und den Gremien des Zweckverbandes.
Abschließend stellt Hans Dieter Scheerer fest: „Unser gemeinsames Ziel muss ein leistungsfähiger, sicherer und verlässlicher ÖPNV im Schönbuchraum sein. Die aktuellen Probleme dürfen kein Dauerzustand werden.“ Der weitere Verlauf werde kritisch begleitet, damit die Interessen der Fahrgäste dauerhaft im Mittelpunkt stehen.




