

Sindelfingen/Pitea. Während es zurzeit eher trüb und bewölkt ist, standen die ersten Lichtblicke des Technischen Gymnasiums der Gottlieb-Daimler-Schule1 an. Der „Erasmus“-Seminarkurs machte sich auf in den hohen Norden auf der Suche nach einer besonderen Erscheinung: dem Polarlicht. Nun findet diese Suche des Nachts statt. Um auch den Tag zu nutzen, füllte die Arbeit mit der KI die Workshops zu dieser Zeit.
Das gemeinschaftliche „Erasmus“-Projekt der GDS1, das auch in diesem Jahr wieder Interessenten anzog, ist aus drei Workshops aufgebaut. Nach der Auftaktveranstaltung in Sindelfingen ging die Reise für 15 Schüler mit den beiden Begleitlehrern nach Pitea in Nordschweden. Wie bereits beim ersten Treffen drehte sich auch dieses Mal ein großer Teil des Programms um die KI.
Im Zusammenhang mit ihrer Seminararbeit arbeiteten sich die Jugendlichen der GDS1 bereits passend in das Thema KI ein. Wie die KI das Alltagsleben durchzieht und welche Risiken sich in verschiedenen Bereichen offenbaren, ist ein Kern dieser Überlegungen. Diese Phänomene sind daher auch zentral für den Workshop in Pitea gewesen. Gut vorbereitet durch ihre Vorarbeit, diskutierten die TGler der GDS1 mit den anderen Teilnehmern aus Pitea und Evora, der dritten Schule im Bunde aus Portugal.
Wie beeinflusst die KI unsere Konsumgewohnheiten am Smartphone? Welche Risiken entstehen durch die intensive KI-Nutzung? Mit welchen KI-Programmen kann man welche Ergebnisse erzielen? Diese und viele weitere Fragen haben sich die Schülerinnen und Schüler aus den drei Nationen gestellt. Anregungen in diesem Feld lieferte auch ein Professor der Universität in der Nachbarstadt Lulea, der zu genau diesen Themen forscht.
Jetzt reist man nicht quer durch Europa, um mit anderen Jugendlichen zu diskutieren oder Vorträge zu hören. Ein Gedanke hinter dem „Erasmus“-Programm ist der kulturelle Austausch. Wie leben die Altersgenossen in einer ganz anderen Umwelt? Bei minus 28 Grad Celsius merkt man dann schnell – das Leben im Winter in Schweden ist nicht ansatzweise dem bei uns ähnlich. Mit dem Fahrrad zur Schule fahren – im Winter eine echte Herausforderung. Zeit im Freien verbringen – nur mit vielen Schichten Klamotten.
Das Extremwetter hat dafür seine Besonderheiten. Bei uns kann man nur sehr selten mit dem Schneemobil über zugefrorene Flüsse oder Seen fahren. Und auch wenn es mittlerweile vorkommt, dass es bis in unsere Niederungen Polarlichter zu sehen gibt, so großflächig und langanhaltend sieht man sie nur so weit im Norden. „Das Programm war gefüllt mit Aktivitäten, die neu waren und unglaublich viel Spaß gemacht haben“, sagt Tim. „Das Schneemobilfahren mit den Schweden und die Landschaft, der Schnee und die Polarlichter nachts – absolute Highlights. Auch die schwedischen Schüler waren super, sie haben echt viel mit uns gemacht.“ Renea stimmt ihm dabei zu: „Ja, das Schneemobilfahren fand ich auch echt besonders. Mit die coolste Sache der Woche war aber auch der Ausflug noch weiter in den Norden und an einen gefrorenen Wasserfall.“
Die Gruppe der GDS1 ist, beeindruckt nach einer solchen Woche, wieder zurück in Sindelfingen. Jetzt heißt es erstmal wieder weiter an den Seminararbeiten zum Thema KI arbeiten, bis es im Mai zum letzten Workshop nach Evora in Portugal geht. Dort treffen die Schüler nach einer intensiven Woche in Schweden nicht mehr nur Mitschüler, sondern mittlerweile echte Freunde. Damit hat das „Erasmus“-Programm wieder seine Ziele erfüllt: Wissen vermitteln, hauptsächlich aber den kulturellen Austausch der Jugendlichen untereinander fördern und sie in zunehmend schwierigen Zeiten näher zusammenbringen.


