Menü
Neue Wendung im Fall

Totes Baby in Renningen: Mutter gerät ins Visier der Ermittler

Die Frage: Hat die 32-Jährige eine Straftat vorgetäuscht? Die Ermittler finden keine Hinweise auf eine Entführung des Babys.
Die Anteilnahme in Renningen ist groß. In der Nähe der Fundstelle des toten Babys legen Menschen Kerzen, Kuscheltiere und Briefe nieder.

Die Anteilnahme in Renningen ist groß. In der Nähe der Fundstelle des toten Babys legen Menschen Kerzen, Kuscheltiere und Briefe nieder.

Bild: Bilder: SDMG/Dettenmeyer

Renningen. Im Fall des tot aufgefundenen Babys in Renningen haben die Ermittlungen eine neue Wendung genommen. Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Polizeipräsidium Ludwigsburg mitteilen, wurde die Leiche durch einen DNA-Abgleich inzwischen zweifelsfrei als das vermisst gemeldete Kind identifiziert.

Im Zuge der bisherigen Ermittlungen konnten die Ermittler nach eigenen Angaben keinerlei Hinweise auf eine Entführung des Säuglings erlangen. Stattdessen wird nun gegen die 32 Jahre alte Mutter wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat ermittelt.

Die Frau steht im Verdacht, das tote Baby mutmaßlich selbst im Bereich des Rankbachs am Ortsrand von Renningen abgelegt zu haben.

Ermittlungsgruppe eingerichtet

Bei der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg wurde die Ermittlungsgruppe „Wagen“ eingerichtet. Sie besteht aktuell aus 13 Personen und führt die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart.

Bereits zuvor hatten Spezialisten des Landeskriminalamts an der Fundstelle Vermessungen durchgeführt. Auf dieser Grundlage soll ein dreidimensionales Modell entstehen, um mögliche Abläufe rekonstruieren zu können.

Außerdem gehen die Ermittler weiterhin Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Nach den öffentlichen Zeugenaufrufen hatten sich mehrere Personen bei der Polizei gemeldet.

Todesursache weiter unklar

Weiterhin unklar bleibt, unter welchen Umständen der drei Monate alte Junge ums Leben kam. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei dauern an.

Wie alles begann

Der Fall hatte weit über Renningen hinaus für Entsetzen gesorgt. Seit Donnerstagabend war nach dem Säugling gesucht worden. An dem Großeinsatz beteiligten sich Polizei, Feuerwehr, DRK und Malteser. Auch Suchhunde, Drohnen und ein Polizeihubschrauber kamen zum Einsatz.

Am Freitagnachmittag fanden Einsatzkräfte im Rahmen der Suchaktion die Leiche eines Babys. Die Polizei teilte bereits damals mit, dass es sich möglicherweise um das vermisste Kind handeln könnte. Inzwischen hat der DNA-Abgleich diese Vermutung zweifelsfrei bestätigt.