

Sindelfingen. Gegen Böllern an Silvester ist ja nichts einzuwenden, jedem seinen Spaß. Wenn es dann allerdings an Neujahr so aussieht, wie auf dem Ikea-Parkplatz in Sindelfingen dann fällt einem nichts mehr ein.
Für so ein Verhalten gibt es keine Ausrede. Wer seinen Müll liegen lässt, ist nichts anderes als eine Umweltsau und sollte konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. Es ist wirklich nicht zu viel verlangt, die Überreste der eigenen Silvesternacht wieder einzusammeln. Diese „Putzaktion“ dauert keine Minute – der Wille fehlt, nicht die Zeit.
Der verwüstete Ikea-Parkplatz ist dabei nur ein Beispiel von vielen. Im gesamten Kreis Böblingen, ja praktisch in jedem Ort, finden sich nach Silvester dieselben widerlichen Schandflecken. Öffentlicher Raum wird behandelt wie eine Müllkippe – Hauptsache, der eigene Spaß war laut genug.
Und dann der völlig ignorierte Stress für Tiere. Wenn das Geknalle tatsächlich auf eine halbe Stunde um Mitternacht begrenzt wäre, könnten viele Vierbeiner damit noch umgehen. Die Realität sieht anders aus: Schon am Nachmittag geht es los, stundenlang, völlig hemmungslos. Tiere nehmen Geräusche deutlich intensiver wahr, können sie aber nicht einordnen. Für sie bedeutet das Dauerstress, Angst und permanente Alarmbereitschaft – völlig unnötig und vollkommen egal für all jene, die einfach drauflosballern.
Dabei ist die Rechtslage eindeutig: Pyrotechnik ist bundesweit verboten in der Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen, Kirchen sowie brandempfindlichen Gebäuden wie Fachwerkhäusern. Zusätzlich können Städte weitere Böllerverbotszonen festlegen. Wer dagegen verstößt, riskiert empfindliche Strafen bis in den fünfstelligen Bereich. Umso bitterer ist es, dass ausgerechnet die Müllsünder meist unbehelligt davonkommen. Verdient hätten sie saftige Geldstrafen allemal – und zwar konsequent.
Die Müllsammelaktion des Ortsvereins Sindelfingen von Bündnis 90/Die Grünen am Neujahrstag ist eine tolle Sache. Am Ende waren 218 Kilogramm Feuerwerksreste, Flaschen und weiterer Unrat eingesammelt. „Genau hier spielen unsere Kinder. Warum räumen die Verursacher ihren Dreck nicht selbst weg?“, fragte eine Mutter, die mit ihren zwei Kindern kräftig mithalf. Und diese Mutter bringt es auf den Punkt.
Daniel.Krauter@szbz.de

