

Weil der Stadt. Mit „Ein großer Aufbruch“ von Magnus Vattrodt hatten sich die Scheinwerfer eine anspruchsvolle schwarze Komödie vorgenommen. Für die Filmvorlage zum Stück erhielt Vattrodt 2016 den Deutschen Fernsehpreis für das beste Drehbuch. Erzählt wird der völlig missglückte Versuch, sich pompös zu verabschieden. Im Mittelpunkt steht Holm, der selbstbestimmt sterben und nicht seinem Ende entgegen vegetieren möchte und noch einmal mit großer Geste Regie führen will - beim letzten gemeinsamen Essen. Beteiligt sind seine beiden Töchter, seine geschiedene Frau und ein befreundetes Ehepaar sowie der Freund seiner älteren Tochter, den Holm für einen fragwürdigen Charakter hält.
Die dichten Dialoge machen Lebenslügen erkennbar und durchschaubar. Im Verlauf der Handlung brechen alte Wunden auf und bisher gehütete Geheimnisse werden enthüllt, kurz - Tragik und Komik reichen sich die Hand. Wie der Regisseur Oliver Hockl hierzu anmerkte: „pointenreich und bissig“. Am Ende ist nichts so, wie Holm das geplant hat, und auch zwischen den Beteiligten ist nichts mehr so, wie es war, oder besser gesagt: wie es Holm zu sein schien.
Eine authentische Spielfreude und Hingabe an die Vorlage zeichnete die ganze Gruppe aus. Besonders bemerkenswert war das Spiel der Schlüsselfigur des Adrians – der großzügige, zuverlässige und treue beste Freund Holms, der ihm bis zuletzt beisteht. Er ist als Koch für das mehrgängige Menü verantwortlich, dessen Zubereitung und Verzehr die Handlung tragen muss. - Das reduzierte Bühnenbild lenkte die Aufmerksamkeit der Zuschauer geschickt auf die Handlung des Stücks und verdeutlichte das vom Autor Vattrodt vorgegebene Prinzip der Steigerung: Zu Beginn sind nur zwei Darsteller auf der Bühne, und nach und nach treten die anderen auf, wobei sich dieses Prinzip in umgekehrter Weise am Schluss wiederholt.
Ein garstig-heiteres, manchmal bösartiges Stück, zu dem sich die Gruppe einen versöhnlichen Schluss einfallen ließ, der von den Vorgaben des Autors etwas abweicht. Auch deswegen lohnt sich ein Besuch. Es spielen: Thomas Berliner, Michael Faas, Marita Hagedorn, Martin John, Sabine Landerer, Eva Pfenning, Jeannette Römer. Nächste Aufführung ist am Freitag, 21. April in der Aula im Schulzentrum, Beginn 20 Uhr, - Einlass 19 Uhr.



