

Im baden-württembergischen Landtag sind gerade einmal 35 Frauen von insgesamt 143 Abgeordneten vertreten – das entspricht gerade einmal 24,5 Prozent. Baden-Württemberg ist damit das Schlusslicht aller Landtage in der Bundesrepublik. Weibliche SPD-Kreisvorsitzende appellieren nun an die grün-schwarze Landesregierung, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Änderung des Landtagswahlrechts, welche den Einzug von mehr Frauen in den Landtag ermöglichen würde, umzusetzen.
„Mit leeren Worthülsen wollen wir uns nicht mehr zufriedengeben. Nun müssen endlich Taten folgen. Es kann nicht sein, dass wir dieses Jahr 100 Jahre Frauenwahlrecht feiern und gleichzeitig mit gerade einmal einem Viertel Frauen im Landtag vertreten sind. Gleichberechtigung sieht anders aus und kann nur durch eine Änderung des Landtagswahlrechts erfolgen“, sagt Jasmina Hostert, SPD-Kreisvorsitzende von Böblingen und Mitglied des Landesvorstands.
„Es ist auffällig, wie viele männliche Abgeordnete, die ihr Mandat dem bisherigen System verdanken, sich gegen eine Reform sperren“, sagt Dorothea Kliche-Behnke, SPD-Kreisvorsitzende aus Tübingen und Mitglied des Landesvorstands. „Repräsentative Demokratie kann nur dann funktionieren, wenn Parlamente die Breite der Gesellschaft auch wirklich repräsentieren. Junge Frauen brauchen auch Vorbilder und müssen sehen, dass sie politisch das gleiche Mitspracherecht haben. Andernfalls wirkt der Landtag wie ein Altherrenverein, bei dem gerade junge Frauen wenig zu melden haben“, so Ronja Nothofer (25), Kreisvorsitzende der SPD Reutlingen.




