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Kreis Böblingen

Zweckverband Schönbuchbahn sucht neuen Geschäftsführer

Dr. Walter Gerstner hört zum Jahresende auf eigenen Wunsch auf.
Von unserer Redaktion
Dr. Walter Gerstner (rechts), hier im Oktober 2024 bei einem Pressetermin anlässlich von Testfahrten auf der Schönbuchbahn-Strecke zwischen Böblingen und Dettenhausen.

Dr. Walter Gerstner (rechts), hier im Oktober 2024 bei einem Pressetermin anlässlich von Testfahrten auf der Schönbuchbahn-Strecke zwischen Böblingen und Dettenhausen.

Bild: Staber/A

Kreis Böblingen. Der Zweckverband Schönbuchbahn muss einen neuen Geschäftsführer oder eine neue Geschäftsführerin finden. Der aktuelle Geschäftsführer Dr. Walter Gerstner hat in der letzten Verbandsversammlung bekanntgegeben, dass er sein Engagement zum Jahresende beenden möchte. Der 73-Jährige gibt für seine Entscheidung sowohl persönliche Gründe als auch den geeigneten Zeitpunkt für einen Wechsel an, denn das große Projekt Ausbau und Elektrifizierung der Schönbuchbahn ist inzwischen erfolgreich beendet worden.

Vor rund acht Jahren hatte Walter Gerstner zunächst im Tandem mit Reinhold Bauer, später dann die alleinige Geschäftsführung übernommen. In dieser Zeit ist die Bahnstrecke teilweise zweigleisig ausgebaut und elektrifziert worden. Eine große Herausforderung war die Beschaffung neuer Elektro-Fahrzeuge, die der Zweckverband beim spanischen Hersteller CAF bestellt hatte.

Der komplexe Zulassungsprozess für die neuentwickelten Züge erforderte eine enge Begleitung durch die Geschäftsführung des Zweckverbands. Auch die ersten Monate im Echtbetrieb mit den Fahrzeugen verlangten vollen Einsatz von Walter Gerstner ab.

„In höchstem Maße profitiert“

Landrat und Verbandsvorsitzender Roland Bernhard bedauert den Rückzug sehr, respektiert aber die Entscheidung: „Dr. Walter Gerstner hatte als Ruheständler nochmal eine Aufgabe gesucht und die Schönbuchbahn hat von seiner immensen Berufs- und Lebenserfahrung und dem großen technischen Wissen in höchstem Maße profitiert. Ich bin ihm sehr dankbar für die geleistete Arbeit und freue mich über seine Bereitschaft, den Übergang fließend zu gestalten. Der Zeitpunkt ist jetzt genau richtig für einen Personalwechsel, da nach fast zehn Jahren technologischer Projektarbeit nun endlich betriebliche Routine einkehrt. Die Aufgaben des Zweckverbands werden in den nächsten Jahren eher betriebswirtschaftlich und politisch dominiert werden.“

So ist es erklärtes Anliegen des Zweckverbands, das Land Baden-Württemberg von einer auskömmlichen Betriebskostenfinanzierung zu überzeugen. Die bislang getroffenen Vereinbarungen sind aus Sicht des Landrats nicht weitreichend genug, zumal Regionalbahnen eine gesetzliche Aufgabe des Landes seien und der Landkreis lediglich die Aufgabe hilfsweise übernommen habe.