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Lärmbelästigung

Ärger um den Dätzinger Schulhof

Fußball gegen Metallgitter, Geschrei bis spät in die Nacht und Müll auf dem Gelände: Nachbarn der Dätzinger Grundschule fordern die Gemeinde Grafenau zum Handeln auf.

Dätzingen. Immer wieder knallt der Fußball gegen das Metallgitter, es scheppert beim Herunterfallen von Glasflaschen und alles wird begleitet durch lautes schreien, johlen und grölen. Stundenlang geht das und ist kaum auszuhalten. So berichtet es eine Anwohnern (Name ist der Redaktion bekannt) von der Bülowstraße in Dätzingen, die Nachbarin der Grundschule ist. Nach der Schulzeit wird der Schulhof zum Treffpunkt und das manchmal bis spät in die Nacht.

Die Anwohnerin, die sich jetzt an uns gewandt hat, wohnt seit vielen Jahren in der Bülowstraße. Der Lärm vom Schulhof belaste sie in den vergangenen Monaten zunehmend und schränke die Lebensqualität ein. Schon im Mai hatten zwei Zuhörerinnen die Bürgerfragerunde in der Grafenauer Gemeinderatsitzung genutzt, um über ähnliche Vorfälle im Schulhof der Gemeinschaftsschule in Döffingen zu klagen. Als Nachbarin der Schule sei ihr der Betrieb einer Schule und der entsprechenden Geräuschentwicklung bewusst, aber für ihre Familie hat sich die Lärmsituation in den vergangenen Jahren insbesondere während der Schulpausen und der Mittagsbetreuung derart intensiviert, dass dadurch eine Belastung entstanden sei. „Ein konzentriertes Arbeiten in den anliegenden Wohnräumen, insbesondere im Homeoffice, ist nahezu unmöglich. Ein Arbeiten bei geöffnetem Fenster zu diesen Zeiten undenkbar“, berichtet sie.

Bis in die späten Abendstunden

Zunehmend werde das Schulgelände nach dem regulären Schulbetrieb ganz selbstverständlich als Spielplatz genutzt, teilweise bis in die späten Abendstunden. Das führe zu einer dauerhaften Lärmbelästigung.

Dabei befinde sich am oberen Bereich des Schulgeländes gut sichtbar ein Schild mit der Aufschrift: „Schulgelände – Zutritt und Aufenthalt nur für Berechtigte. Bürgermeisteramt Grafenau“. Der Hinweise werde aber, so die Anwohnerin, offenbar weitgehend ignoriert sowohl von den Kindern und Jugendlichen, als auch von deren Eltern.

In einer E-Mail an die Gemeindeverwaltung bittet die Anwohnerin inständig darum, sich dieser Situation anzunehmen. Es sei ihr daran gelegen, ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis aufrechtzuerhalten und in gegenseitiger Rücksichtnahme zu leben. Aber in dem Falle werde das erträgliche Maß an Alltagslärm, den man in eine Wohngegend noch hinnehmen kann, klar überschritten.

Betreuung verlegen

Ein Vorschlag der Anwohnerin geht dahin, nachdem die Betreuung der Schulkinder mittlerweile bis 16.30 Uhr stattfinde, ob es nicht möglich wäre, die Betreuung wie früher wieder in den unteren Bereich des Schulhofes zu verlegen. Dann wäre es nicht direkt an die Wohngrundstücke angrenzend und vor dem Schulgebäude.

Die Anwohnerin verweist darauf, dass zum Beispiel in Calw-Stammheim der Schulhof außerhalb der Schulzeit für das Betreten gesperrt ist. Vielleicht könnte das auch eine Lösung für Grafenau sein?

Außerhalb der Schulzeiten

Bereits mehrfach, so die Schulhof-Nachbarin, habe man bei einer Lärmbelästigung bis in die späten Abendstunden, teilweise sogar nach 22 Uhr, die Polizei verständigt. Auch an Sonntagen werde der Schulhof intensiv genutzt. Jugendliche würden den Schulhof als Toilette nutzen, Müll und Schmutz hinterlassen. Das Schulgebäude werde als Kletterwand missbraucht und die Kinder würden teilweise durch die privaten Gärten der Nachbarhäuser rennen.

Die Nachbarn, so die Anwohnerin, fordern die Gemeinde Grafenau auf, endlich zu handeln. Die Schulleitung der Dätzinger Grundschule verweist darauf, dass es bei den Beschwerden um außerhalb der Schulzeiten gehe und dafür die Gemeinde als Schulträgerin zuständig sei.

Gemeinde sucht nach Lösung

Bürgermeister Martin Thüringer kennt die Beschwerden: „Man kann versuchen dem nachzugehen, aber ausschließen wird man es nicht können“. Ein Verbotsschild werde nichts nützen. Die Gemeinde bemühe sich um eine Lösung. Bei nächtlicher Lärmbelästigung nach 22 Uhr sei die Polizei zuständig.

Weil aus der Schulnachbarschaft auch die Frage kam, wann denn die Containeranlage hinter der Schule wieder wegkomme, verweist Bürgermeister Thüringer darauf, dass die Containeranlage wegen der Ganztagesbetreuung und den Umbaumaßnahmen im Dätzinger Kindergarten notwendig wurde. Die Container werden auch noch zwei bis drei Jahre dort stehen bleiben, weil die Sanierung der Schule anstehe.