

Kreis Böblingen. Menschen spenden für Tafelläden, damit Bedürftige eine Mahlzeit auf dem Tisch haben. Sie sammeln Geld für Kälteschutzanzüge, damit Obdachlose nicht erfrieren. Sie fahren ehrenamtlich den Kältebus, der Kakao, Suppe und Schlafsäcke an Bord hat, und den Duschbus, weil Waschen nicht nur Würde, sondern existenziell ist.
Sowohl Spendenbereitschaft als auch ehrenamtlicher Einsatz sind nicht hoch genug einzuschätzen. Das ist die eine Seite. Die andere der Medaille glänzt nicht, sie ist dreckig: Beides ist notwendig, und das ist ein Armutszeugnis, das selbst in den reichsten Ländern ausgestellt wird.
Bei allen Diskussionen um Einnahmen und Ausgaben – und gerade dann, wenn Staats- und Gemeindekassen nicht wie Füllhörner ausgeschüttet werden können – dürfen diejenigen nicht vergessen werden, die sich nicht selbst helfen können und keine Stimme haben. Inklusion und Teilhabe sind keine Modewörter, sondern die ganz zentralen Elemente einer funktionierenden Gesellschaft. Diese spaltet nicht und schließt sich aus, sondern findet gemeinsam Lösungen. Wenn man es genau nimmt, kommt deshalb die Hilfe über Schutzanzüge und Kältebusse zu spät. So wichtig sie auch ist.



