

Kreis Böblingen. Schwindel, Erschöpfung, Kreislaufprobleme: Hitze kann gesundheitliche Folgen haben. Besonders betroffen sind laut dem Bundesministerium für Gesundheit Menschen ab 65 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Säuglinge und Kleinkinder.
Um insbesondere ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Personen besser zu schützen, hat das Gesundheitsamt des Landkreises Böblingen einen Hitzeaktionsplan erarbeitet. Er enthält Maßnahmenpläne für elf Bereiche, darunter Kindergärten, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Sportvereine. Aus den Handlungsempfehlungen können Städte, Gemeinden und Einrichtungen eigene Hitzeschutzkonzepte entwickeln.
Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählen etwa Trinkerinnerungen in Kitas, ein an hohe Temperaturen angepasstes Medikamentenmanagement in Pflegeeinrichtungen sowie Empfehlungen, wann Wettkämpfe oder Trainingseinheiten im Sport aufgrund großer Hitze eingeschränkt oder abgebrochen werden sollten.
Der Plan wurde in einem mehrstufigen Prozess gemeinsam mit Vertretern der betroffenen Einrichtungen und Organisationen entwickelt. Im Rahmen einer Kick-off-Veranstaltung im März 2025 wurden Ideen und Bedarfe gesammelt. In den folgenden Monaten erarbeitete das Gesundheitsamt die Maßnahmenpläne, die anschließend in Workshops mit den jeweiligen Interessengruppen geprüft und ergänzt wurden.
Hintergrund sind die zunehmenden gesundheitlichen Risiken durch hohe Temperaturen. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass in den Sommern 2023 und 2024 deutschlandweit rund 5900 Menschen an den Folgen hoher Temperaturen starben.
Nach Angaben des Landratsamts Böblingen ist die Jahresmitteltemperatur gegenüber der Referenzperiode von 1961 bis 1990 um 1,4 Grad Celsius gestiegen. Zudem nehmen lang andauernde Hitzewellen seit Jahrzehnten zu. Landkreise sind durch Bundes- und Landesgesetze verpflichtet, bis 2034 kommunale Klimaanpassungskonzepte zu erstellen, deren Bestandteil Hitzeaktionspläne sein können.
Ergänzend zum Hitzeaktionsplan bietet das Gesundheitsamt bereits ein Hitzeportal mit Informationen für die Bevölkerung sowie eine digitale „Cool Map“ mit kühlen Aufenthaltsorten im Landkreis an.
Zum Hitzeaktionsplan geht es hier.




