Menü
Kreis Böblingen

Schwammstadt-Prinzip gegen den Klimawandel

Am Sonntag ist Weltwassertag 2026.
Von Peter Maier
Symbolbild

Symbolbild

Bild: Markus Gann/Adobe Stock

Kreis Böblingen. Der Weltwassertag am 22. März rückt das Wasser als unsere kostbarste Ressource ins Bewusstsein. Ein modernes und nachhaltiges Wasserressourcenmanagement ist deshalb kein reines Infrastrukturthema, sondern ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität und Klimaresilienz.

Beim „Schwammstadt-Prinzip“ funktionieren Städte und Landschaften wie Schwämme; ein naturnaher Landschaftswasserhaushalt schützt zudem die Böden vor Erosion und Austrocknung und spielt eine wichtige Rolle für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion.

„Auch die Menschen spielen eine große Rolle, wenn es um die nachhaltige Wassernutzung geht. Beispielsweise mit Blick auf weniger versiegelte Flächen in den Siedlungsbereichen“, so Martin Wuttke, Dezernent für Umwelt und Klima. „Gemeinsam können wir unsere Städte und Gemeinden zu attraktiven, umweltfreundlichen und zukunftsfähigen Orten machen.“

Wasser nachhaltig nutzen

Das Schwammstadt-Prinzip nutzt das Wasser nachhaltig. Lange Zeit leitete man Regenwasser so schnell wie möglich in die Kanalisation, in der Regel gemeinsam mit dem häuslichen Schmutzwasser. Dies führt zu trockenen heißen Tagen, weil die Verdunstung fehlt, und erhöht bei Starkregenereignissen die Anfälligkeit für Überflutungen. Denn die Mischkanalisation kann das Regenwasser dann nicht schnell genug aufnehmen und abführen. Heute soll durch gezielte Maßnahmen der natürliche Wasserkreislauf imitiert werden.

Flächen werden entsiegelt, das heißt mit wasserdurchlässigen Belägen wird Wasser im Boden gespeichert und kann wieder verdunsten oder das Grundwasser speisen. Wenn Dächer und Fassaden begrünt und mehr Grünflächen im städtischen Raum geplant werden, spenden Pflanzen Schatten, speichern das Regenwasser und kühlen die Umgebung durch Verdunstung. Und schließlich erreicht man durch sogenannte Versickerungsmulden, dass Niederschläge vor Ort aufgefangen und über die Versickerung direkt wieder dem Boden zugeführt werden anstatt die Kläranlagen zu belasten.

„Mehr Lebensqualität im Siedlungsbereich und außerhalb der Ortschaften ein Schutz der landwirtschaftlichen Flächen vor Trockenheit und Erosion, all das bringt ein angepasstes Wassermanagement“, fasst Wuttke zusammen. Etwas, was sonst im Hintergrund geschieht und anlässlich des Weltwassertags einmal in den Blick gerückt wird.