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Sindelfinger Turbokreisel: Stadt schaut noch einmal genauer hin

Technik-Ausschuss nimmt Hofmeister-/Bitzer-Kreisel nach SZ/BZ-Berichterstattung unter die Lupe. Baubürgermeisterin Dr. Corinna Clemens sichert erneute Prüfung zu.
Um zu verdeutichen, dass die linke Spur tatsächlich nach links und nicht geradeaus führt, schlägt Winfried Meffert einen gekrümmten Pfeil an.

Um zu verdeutichen, dass die linke Spur tatsächlich nach links und nicht geradeaus führt, schlägt Winfried Meffert einen gekrümmten Pfeil vor.

Bild: Wegner

Sindelfingen. Die durch den Leser Frieder Krug für den Tag des Lokaljournalismus angestoßene Berichterstattung der SZ/BZ zum neuen Kreisverkehr bei Hofmeister und Bitzer unter der Überschrift „Kreuz und quer im Sindelfinger Turbokreisverkehr“ hat Konsequenzen. Baubürgermeisterin Dr. Corinna Clemens sichert zu, dass die Stadt die Situation am Peter-Schaufler-Platz nochmals prüft.

Das sagt Dr. Clemens unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ im Technik- und Umweltausschuss (TUA). Angeregt durch die Berichterstattung der SZ/BZ zum offensichtlich unter Autofahrern für Verwirrung sorgenden Turbokreisel hatte AfD-Stadtrat Winfried Meffert darum gebeten, dass der Kreisel im TUA thematisiert wird.

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Die Baubürgermeisterin erzählt dabei zunächst, sie habe in ihrem Umfeld herumgeforscht, wer wie mit der Regelung am Turbokreisel zurechtkomme. Ergebnis ihrer Umfrage: Es gebe genauso viele, die Probleme haben, wie solche, die damit überhaupt keine haben. Auf den Artikel hatte es jede Menge Leser-Reaktionen gegeben.

Ausführliche Präsentation

Olaf Vettermann von der Abteilung Straßen- und Brückenbau fährt im Anschluss eine ausführliche Präsentation für die Ausschuss-Mitglieder auf, die das von der SZ/BZ aufgegriffene Problem verdeutlicht. Wer in Nord-Süd-Richtung aus Sindelfingen kommend nach Böblingen durch den Kreisel will, muss sich an der zweispurigen Kreiseleinfahrt auf der rechten Fahrspur einordnen. Das geht aus dem großen Schild vor dem Kreisel hervor. Das zeigt auch, dass die linke Einfahrspur in den Kreisel keine direkte Durchfahrt Richtung Böblingen erlaubt, sondern eine Ausfahrt aus dem Kreisel erst nach 270 Grad Richtung Breuningerland und Bitzer oder nach 360 Grad Ausfahrt zurück nach Sindelfingen. Analoges gelte auch für die Fahrtrichtung Süd-Nord aus Böblingen kommend Richtung Sindelfingen.

„Übliche Lösung“

Olaf Vettermann verdeutlicht dazu in aller Ausführlichkeit unter Hinzuziehung verschiedener Ansichten, was die Stadt bereits auf Anfrage der SZ/BZ für den „Kreuz und quer“-Artikel mitgeteilt hatte: Die gewählte Lösung entspreche der üblichen Lösung für Turbokreisel. „Wir halten es für technisch korrekt ausgeführt“, sagt Baubürgermeisterin Dr. Clemens.

Winfried Meffert widerspricht dem nicht. Aber angeregt durch die SZ/BZ-Berichterstattung habe er sich selbst am Kreisel ein Bild gemacht. Sein Eindruck nach rund 30 Minuten Kreiselverkehrsschau: Rund die Hälfte der Fahrzeuge verstößt gegen die Regeln, fährt auf der linken Fahrspur in den Kreisel ein, bricht im Kreisel dann unter Überfahrung der im Kreisel durchgezogenen Linie nach rechts aus, um auf der rechten Kreiselspur geradeaus nach Böblingen zu fahren. Die Verwirrungsursache liegt für ihn dort, wo sie auch die SZ/BZ verortet hat: Der Pfeil auf der linken Fahrspur der Kreiseleinfahrt zeigt strikt geradeaus.

Ein anderer Pfeil?

Er regt so an, diesen Geradeauspfeil durch einen anderen zu ersetzen. Er berichtet von verschiedenen Varianten gekrümmter Pfeile, die sich dazu im Internet finden lassen. DAmit meint er einen so genannten Vorankündigungspfeil. Meffert plädiert letztlich im Ausschuss dafür, nochmals die Markierungen zu überdenken und spätestens dann bei einer Neuauftragung, wenn die bisherigen Pfeilmarkierungen abgenutzt sind, zu verbessern.

„Koscht nicht viel, kann man schnell machen“

Diesen Ansatz findet offenbar FDP-Stadtrat Dr. Michael Reinert prinzipiell richtig. „Synchronisieren sie das Bild mit dem Boden“, appelliert er an die Stadtverwaltung. Nur sieht er überhaupt keinen Grund, mit einer Korrektur der Pfeile an der Kreiseleinfahrt zu warten. „Koscht nicht viel, kann man schnell machen“, so Dr. Reinert.

Baubürgermeisterin Dr. Clemens erinnert zwar daran, dass Verkehrsteilnehmer verpflichtet seien, sich „à jour“, also auf dem Laufenden zu halten über Regeländerungen. Auch verweist sie auf den längst eingespielten Verkehr am ersten hiesigen Turbokreisel in Böblingen, bei dem anfänglich ähnliche Klagen wie zum Hofmeister-Kreisel eingegangen seien. Aber sie verspricht, mit dem Leiter des Ordnungsamtes Mehmet Koc Kontakt aufzunehmen wegen des Kreiselthemas. „Wir schauen uns das nochmal an“, so Dr. Clemens.

Der Vorankündigungspfeil

So genannte Vorankündigungspfeile dienen der Anzeige des Endes eines Fahrstreifens oder der Ankündigung einer Fahrstreifenbegrenzung.