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Meine Meinung

Streaming aus dem Sindelfinger Gemeinderat? Abschalten, umschalten

In der aktuellen Finanzkrise gibt es kaum einen logischeren Einsparposten.
Bewegte Bilder aus Sindelfinger Rats-Sitzungen gibt es nicht mehr.

Bewegte Bilder aus Sindelfinger Rats-Sitzungen gibt es nicht mehr.

Bild: Wool World Adobe/Stock

Sindelfingen. 56000 Euro pro Jahr für Bildaufzeichnungen aus dem Gemeinderat? Wenn eine Stadt dermaßen in der Finanzkrise steckt wie Sindelfingen, gibt es kaum einen logischeren Einsparposten. Die Summe ist unglaublich hoch und steht fast schon beispielhaft für den viel zitierten Sindelfinger Standard.

Darüber hinaus: Wer das Angebot genutzt hat, wird bestätigen: Von einer Ausspielung am nächsten Werktag kann schon lange keine Rede mehr sein. Schon der Titel „Streaming“ war ein Etikettenschwindel. Kosten und Nutzen stehen somit aus mehreren Gründen nicht im Ansatz in einem passenden Verhältnis. In der Folge muss nicht nur das „Ob“, sondern vielmehr das „Wie“ hinterfragt werden.

Das Angebot in jetziger Form zu streichen, ist eine konsequente Fortsetzung davon, Prozesse auf den Prüfstand zu stellen. Das letzte Wort sollte damit nicht gesprochen sein, denn jede Art von Öffentlichkeit und Transparenz ist zum einen ein wichtiges Demokratie-Instrument. Darüber hinaus schafft der Mitschnitt Vertrauen, somit auch Verständnis, und führt bestenfalls zu noch besseren Ideen, die Stadträte und Verwaltung sicher gerne hören würden. Übrigens: Es ist nicht verboten, den Sitzungen live beizuwohnen. Nicht umsonst sind diese öffentlich. Aber das tut man in der Regel auch nur dann und protestierend, wenn man persönliche Nachteile befürchtet.

In welche Richtung sich das Thema entwickelt, werden Sie auch künftig in der Zeitung lesen. Wir werden die Sitzungen und die Inhalte auch in Zukunft beobachten, bewerten und darüber berichten.

Juergen.wegner@szbz.de