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Kultur im Freien

Naturtheater Renningen probt für „Der gestiefelte Kater“

Seit dem 11. Januar probt das Ensemble in Renningen für die neue Saison. 43 Mitspieler stehen auf der Bühne. Premiere ist am 28. Juni am Längenbühl.
Von Henrik Claasen
Christine Binder bei Proben der vergangenen Spielsaison.	Bild: Naturtheater Renningen

Christine Binder bei Proben der vergangenen Spielsaison. Bild: Naturtheater Renningen

Bild: Naturtheater Renningen

Renningen. Im Naturtheater Renningen laufen die Vorbereitungen für die Spielsaison 2026. Das Ensemble probt jedes Wochenende am Längenbühl – nach Angaben des Theaters bei Wind und Wetter – für das Familienstück „Der gestiefelte Kater“.

Die Auswahl des Stücks erfolgte aus insgesamt 15 Vorschlägen. Drei kamen in die engere Auswahl, am Ende fiel die Entscheidung auf das Märchen um den gestiefelten Kater.

Breites Figurenensemble

Auf der Bühne ist eine Vielzahl von Figuren vorgesehen. Neben dem Kater und der Figur Hans, der einen Kater erbt, treten unter anderem drei Rebhühner auf, die laut Vorlage mit „gefiederten Hinterteilen“ auftreten und Laute von sich geben. Außerdem sind Krähen Teil des Stücks, die auf großen Steinen sitzen und nach der Zauberin Grrriselllla rufen.

Weitere Rollen sind ein Esel, der als gefühlvoll beschrieben wird, eine schwäbische Köchin, die versucht, Gerichte auf Französisch zu formulieren, sowie ein theatralischer König und eine ruhige, besonnene Königin. Hinzu kommen ein neugieriger Prinz und eine wählerische Prinzessin. Ergänzt wird das Ensemble durch Jäger, Händler und Bauern.

Nach Angaben des Naturtheaters gerät der Kater im Verlauf der Handlung in verschiedene schwierige Situationen.

Regie bei Christine Binder

Regie führt Christine Binder. Die freiberufliche Theaterpädagogin, Regisseurin und Autorin arbeitet erneut mit dem Naturtheater Renningen zusammen und war an der Auswahl des Stücks beteiligt.Binder hat das Märchen überarbeitet. Hintergrund ist laut Pressemitteilung, dass die ursprüngliche Geschichte in Teilen von Lügen und Betrügen geprägt ist. In ihrer Fassung wurde das Manuskript angepasst, ergänzt und teilweise verändert.

Die ersten Ideen entstanden den Angaben zufolge früh und wurden unmittelbar festgehalten. Für die Entwicklung des Konzepts benötigte sie rund drei Monate. Die Figuren wurden auf die 43 Mitspieler abgestimmt, das Material im Verlauf gekürzt.

Binder wird mit den Worten zitiert: „Ich liebe die Direktheit mit dem Publikum und etwas auf die Bühne zu bringen. Das Ensemble als Gemeinschaft zu erleben, sich als Kapitänin zu fühlen.“

Premiere im Juni

Die Premiere ist für Sonntag, 28. Juni 2026, vorgesehen. Weitere Informationen sind unter naturtheater-renningen.de verfügbar.

Infos Naturtheater Renningen

Das Naturtheater Renningen wurde 1954 gegründet und ging aus dem Verein „Wander- und Musikfreunde Edelweiß Renningen“ hervor. Bereits seit 1948 bestand dort eine Theatergruppe, die zunächst Saalaufführungen einstudierte. Mit dem Beschluss vom 25. Januar 1954 entstand auf einem privaten Gelände im ehemaligen Steinbruch am Längenbühl eine Freilichtbühne.

Das Gelände wurde zuvor für den Abbau von Schilfsandstein genutzt. Der heutige Zuschauerraum liegt auf der damaligen Abraumhalde. Die Umgestaltung zur Theateranlage erfolgte in zahlreichen ehrenamtlichen Arbeitsstunden der Mitglieder.

Die erste Aufführung fand am 28. Juni 1954 mit dem Stück „Die Orgelmacher“ statt. Seit 1984 wird das Programm regelmäßig um ein Familienstück ergänzt. Seit 1984 werden in den Sommermonaten in der Regel zwei Inszenierungen gezeigt.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Anlage kontinuierlich erweitert, unter anderem durch ein Vereinsheim im Jahr 1989 sowie ein Lager- und Technikhaus im Jahr 2004. Seit 2006 wird von dort aus die Technik gesteuert.

In der Spielsaison 2026 stehen „Die Tochter des Musketiers“ sowie „Der gestiefelte Kater“ auf dem Programm des Naturtheaters.