Alles neu macht der …
… Mai, so hieß es früher. Heute würden wir eher sagen: „Alles neu macht der September!“ In der Tat fängt nach der Ferien- und Urlaubszeit jetzt vieles neu an: für Kinder der Kindergarten, die Schule, das neue Schuljahr, für Jugendliche die Berufsausbildung, für Erwachsene oft ein neuer Start in der Firma, im Beruf, für Autofahrer neue und erneuerte Straßen, viele ziehen zum 1. September um, usw. Wir blicken nach vorne: noch 15 Wochen bis Weihnachten, noch 16 bis zum neuen Jahr. Ein neuer Start tut immer wieder gut – eine neue Chance.
Dabei liegt der Beginn des Neuen ja schon lange zurück: die Kindergarten- oder Schulanmeldung, die Bewerbung, die Wohnungssuche. Vieles haben wir und andere vorbereitet, damit wir jetzt neu durchstarten können.
So nüchtern schreibt es der Prediger Salomo in der Bibel: „Es geschieht nichts Neues unter der Sonne. Es ist längst zuvor auch geschehen in den Zeiten, die vor uns gewesen sind“ (Kohelet 1, 9.10).
Ja, es tut gut, sich das klarzumachen: Jeder Neuanfang knüpft an frühere Erfahrungen und Ereignisse an. Wie oft haben wir schon …? Wie viele Male waren wir schon …? Wie viele Menschen und Generationen vor uns haben auch immer wieder neu angefangen nach großen und kleinen Umbrüchen und Veränderungen? Ja, eingebettet in den „Strom der Zeit“ machen wir unsere Neuanfänge. Es ist gut, sich das immer wieder klarzumachen.
Und zu diesem „Strom“ gehören nicht nur Arbeit, Mühe und Anstrengung, sondern auch Ruhe, Erholung, Freiheit und Freizeit! Das neue Schuljahr fängt z. B. nicht am 10. oder 1. September an, sondern hat bereits am 1. August angefangen – mit fünf Wochen Ruhepause, bevor nun am Montag die Unterrichtszeit beginnt. Auch vor anderen Neustarts kommt oft erst eine Unterbrechung, eine Phase der Ruhe und Erholung. Schauen wir in die Bibel, dann erfahren wir: Nach der jüdischen Tradition fängt der Tag nicht mit dem Morgen und dem Arbeitsbeginn an, sondern mit dem Abend und der Ruhe der Nacht. Nicht aus der Hektik und Geschäftigkeit wächst Neues, sondern aus der Stille und Ruhe. Und so kann nun aus den zurückliegenden Ferienwochen wieder viel Neues wachsen – nicht nur für Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte.
Nehmen wir also die Ruhezeit mit hinein ins neue Schuljahr und warten wir nicht bis zum August 2019, bis zur nächsten großen Unterbrechung, sondern gönnen wir uns immer wieder Pausen, Zeiten der Unterbrechung, der Erholung, des Aufatmens und Auftankens. Danach lässt sich wieder gut neu starten – nicht nur im September oder im Mai! Das wünsche ich Ihnen.
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