

Stuttgart. Insgesamt setzte die Mercedes-Benz Group von Juli bis September weltweit 491 700 Pkw und Vans ab. Das waren sechs Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Bei der Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars fiel der Rückgang mit acht Prozent auf 407 200 Fahrzeuge noch deutlicher aus. Außerhalb Chinas entwickelte sich das Geschäft dagegen positiv. Besonders stark wuchs der Absatz batterieelektrischer Pkw.
Mit 68 400 Fahrzeugen erreichte Mercedes-Benz Cars den höchsten Quartalswert der Unternehmensgeschichte. Gegenüber dem zweiten Quartal entspricht dies einem Zuwachs von 29 Prozent. Der Anteil vollelektrischer Pkw am Gesamtabsatz stieg auf 16,8 Prozent und lag damit 7,2 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau.
In Europa legte der Elektroabsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 78 Prozent zu. Nahezu jeder dritte dort verkaufte Mercedes-Benz Pkw war vollelektrisch. Weltweit machten Elektroautos und Plug-in-Hybride zusammen ein Viertel des Pkw-Absatzes aus.
Zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählt der elektrische GLC, dessen Absatz sich gegenüber dem zweiten Quartal mehr als verdreifachte. Auch die elektrischen Varianten des CLA legten um 24 Prozent zu. Die Nachfrage nach den neuen Modellen ist nach Unternehmensangaben hoch. Die elektrischen Versionen von GLC, CLA, GLB und GLA sind in Europa für den Rest des Jahres ausverkauft. Die Auftragsbücher reichen bis weit ins Jahr 2027. „Mercedes-Benz Cars hat den höchsten Quartalsabsatz vollelektrischer Fahrzeuge in der Unternehmensgeschichte erzielt“, erklärte Mathias Geisen, Vorstandsmitglied der Mercedes-Benz Group für Vertrieb und Kunde. Um die Nachfrage zu bedienen, arbeiten die Werke in Bremen, Rastatt und Kecskemét im Dreischichtbetrieb.
In Europa verkaufte Mercedes-Benz Cars im dritten Quartal 168 700 Fahrzeuge und damit fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders deutlich fiel das Wachstum in Deutschland mit 13 Prozent und im Vereinigten Königreich mit sieben Prozent aus. Beide Märkte verzeichneten bereits in den ersten beiden Quartalen Zuwächse.
Auch Nordamerika entwickelte sich positiv. Dort stieg der Absatz um vier Prozent auf 83 200 Fahrzeuge. In den USA betrug das Plus im dritten Quartal sechs Prozent. Über die ersten neun Monate des Jahres gerechnet wuchs der US-Absatz um zwölf Prozent.
Deutlich schwieriger blieb die Lage hingegen in Asien. Dort gingen die Verkäufe um 25 Prozent auf 132 300 Autos zurück. Ausschlaggebend war vor allem China, wo Mercedes-Benz 31 Prozent weniger Fahrzeuge verkaufte als im Vorjahresquartal. Der Konzern verweist auf das schwierige Marktumfeld und den intensiven Wettbewerb. Trotz des Rückgangs bleiben GLC und E-Klasse wichtige Modelle auf dem chinesischen Markt. Zusammen entfielen auf sie fast zwei Drittel des dortigen Pkw-Absatzes der Marke. Mit neuen lokal angebotenen Modellen, darunter dem elektrischen GLC L und dem GLE L, versucht Mercedes-Benz, seine Position zu stabilisieren.
SUV machten in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt 56 Prozent des Pkw-Absatzes aus. Besonders im volumenstarken Core-Segment zeigte sich allerdings der Einfluss des schwächeren China-Geschäfts. Weltweit sank dessen Absatz um sechs Prozent auf 234 200 Fahrzeuge. Außerhalb Chinas verzeichnete Mercedes-Benz dagegen ein Plus von fünf Prozent.
Im Einstiegssegment wurden 119.200 Fahrzeuge verkauft, vier Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Gegenüber dem zweiten Quartal gab es allerdings einen Zuwachs von acht Prozent, insbesondere durch die Einführung des neuen CLA in weiteren Märkten.
Im oberen Preissegment setzte Mercedes-Benz 53 900 Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Anteil von 13,2 Prozent am gesamten Pkw-Absatz. Auch hier wirkten sich der schwächere chinesische Markt und laufende Modellwechsel aus. Außerhalb Chinas hat sich der Absatz der S-Klasse gegenüber dem Vorquartal jedoch mehr als verdoppelt.
Damit zeigt sich bei Mercedes-Benz eine unterschiedliche Entwicklung: Während neue Elektromodelle und steigende Verkäufe in Europa und Nordamerika das Geschäft stützen, bleibt China der entscheidende Belastungsfaktor.


