

Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es kein neuer Trend: Spielwarengeschäfte werden immer weniger. Kein Wunder. Heute gibt es alles im Internet, die Online-Wundertüte namens Amazon – einst als Buchversand für strukturschwache Gegenden im Mittleren Westen der USA gestartet – bringt inzwischen alles Mögliche und Unmögliche ins Haus. Das ist durchaus praktisch.
Ja, aber.
Gerade bei Spielsachen geht es um mehr. Es geht um Haptik, um Größe, um die Präsenz der Dinge, die man – als Kind – selbst haben will oder die man – als Erwachsener – verschenken möchte.
Der Autor dieser Zeilen war als Kind in den 1970er-Jahren bei Spielwaren Fischer am heutigen Wettbachplatz in Sindelfingen. In der Bahnhofstraße gab es Spielwaren Pross, auch im Domo eine entsprechende Abteilung. Spielwaren Fischer war später auch im Böblinger Einkaufszentrum vertreten, und selbstverständlich hatte auch Hertie ein Kinderparadies.
Nicht nur Größe und – damit meist einhergehend – der Preis waren kaufentscheidend. Ob Plüschtier, Puppe, Action-Figur oder Roboter, Spielzeugbagger, -kran oder -feuerwehrauto, ob Gummitiere oder Greifspielzeug für Kleinkinder und Babys (mit Musik oder ohne): Es ist und war schon immer etwas ganz Eigenes, das Objekt der Begierde in die Hand zu nehmen oder wenigstens in Originalgröße sehen zu können.
Heute wird oft bestellt und per Paketdienst geliefert. Gefällt etwas nicht, geht es zurück. Und wird am Ende geschreddert – mit allen unnötigen Folgen des vielen Hin und Her.
Vor allem aber ersetzt kein Online-Einkauf das Sehen, Anfassen und Begeistert-Sein in einem Spielwarengeschäft. Deshalb ist es gut und wichtig, dass es diese Geschäfte noch möglichst lange gibt.



