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Böblingen

Frühzeitiges Handeln schafft Sicherheit

Gemeinsame Veranstaltung von Vereinigte Volksbanken und SZ/BZ zu den Themen Testament, Vorsorge und Nachfolge.
Von Daniel Krauter
Klare Regelungen für den Ernstfall sind Gold wert.

Klare Regelungen für den Ernstfall sind Gold wert.

Bild: ChatGPT

Böblingen. Die Themen Testament, Vorsorge und Nachfolge standen bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Vereinigte Volksbanken und Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung in der Böblinger Hauptstelle des Kreditinstituts im Fokus. Nach der Begrüßung durch Jörg Niethammer, Vorstandsvorsitzender Vereinigte Volksbanken und SZ/BZ-Verleger Dr. Christian Röhm erhielten die rund 100 Interessierten Informationen aus erster Hand zur Generationenberatung der Vereinigte Volksbanken.

Diese Zahlen lassen aufhorchen: 77 Prozent haben für den Ernstfall, also bezüglich eines Erbvertrags, „Nichts geregelt“, verdeutlicht Generationenberatungs-Expertin Annette Gallwitz. 22 Prozent „haben geregelt“, aber das könne ein Testamtent sein, das vor Jahrzehnten geschrieben wurde. „Vollständig geregelt“ haben hingegen lediglich 3 Prozent. „Das sind erschreckene Zahlen“, so Annette Gallwitz.

Ganzheitlicher Beratungsansatz

Unter dem Leitsatz „Das Leben leben. Und regeln, was nötig ist“, verfolgt die Genossenschaftsbank einen ganzheitlichen Beratungsansatz, der weit über die klassische Geldanlage hinausgehe. Ziel sei es, Vermögen langfristig zu sichern, klare Regelungen für den Ernstfall zu schaffen und die Weitergabe an kommende Generationen nach den individuellen Vorstellungen der Kunden zu gestalten.

Das Generationenmanagement richte sich sowohl an Privatpersonen, Familien als auch Unternehmen, die sich frühzeitig mit Fragen der Vorsorge, Nachfolge und der rechtlichen Absicherung auseinandersetzen möchten. Dabei stehe nicht nur der Todesfall im Fokus, sondern ebenso der sogenannte Erlebensfall – also Situationen, in denen Menschen durch Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage sind, selbst Entscheidungen zu treffen. Fehlende oder unzureichende Regelungen könnten in solchen Fällen erhebliche finanzielle und familiäre Belastungen verursachen. „Wir als Generationberatung verfolgen daher das Ziel, Risiken frühzeitig zu erkennen und tragfähige Lösungen zu entwickeln“, so Annette Gallwitz.

Grundlage der Generationenberatung sei eine umfassende Bestandsaufnahme der persönlichen, finanziellen und rechtlichen Situation. Dabei wird analysiert, welche Vermögenswerte vorhanden sind, welche Vorsorgedokumente existieren und ob diese den tatsächlichen Wünschen und Zielen der Kunden entsprechen. „Häufig zeigt sich, dass bestehende Regelungen lückenhaft sind oder nicht mehr zur aktuellen Lebenssituation passen. Genau an diesem Punkt setzt unsere strukturierte Beratung an“, so Annette Gallwitz.

Konkrete Handlungsempfehlungen

Im nächsten Schritt stellen die Berater die bestehende Ist-Situation der gewünschten Soll-Situation gegenüber. Auf dieser Basis werden konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt, die wirtschaftliche, steuerliche und rechtliche Aspekte miteinander verbinden. „Ziel ist eine individuelle Vorsorge- und Vermögensnachfolgeplanung, die Klarheit schafft und Konfliktpotenziale minimiert. Denn insbesondere bei größeren Vermögen oder unternehmerischen Beteiligungen kann eine unzureichende Planung zu Streitigkeiten unter Erben oder zu erheblichen finanziellen Nachteilen führen“, verdeutlicht Annette Gallwitz.

Ein zentraler Bestandteil des Generationenmanagements sei die enge Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Netzwerk aus Rechtsanwälten, Notaren, Steuerberatern und spezialisierten Generationenberatern. „Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, komplexe Fragestellungen ganzheitlich zu betrachten und Lösungen zu entwickeln, die rechtlich belastbar und zugleich praktikabel sind. Auf Wunsch werden Kunden auch bei der Testamentsvollstreckung begleitet und so dafür gesorgt, dass die getroffenen Regelungen im Ernstfall zuverlässig umgesetzt werden“, so Generationenberater Ulrich Koch, der wie seine Kolleginnen Annette Gallwitz und Silke Diederich zertifzierter Testamentsvollstrecker ist.

Unterstützung bei der Unternehmensnachfolge

Nicht nur Privatpersonen unterstützt die Vereinigte Volksbanken, sondern auch bei der Unternehmensnachfolge. „Die Nachfolgereglung ist nicht nur eine technische, sondern auch eine emotionale Herausforderung“, sagt Silke Diederich. Ein „Notfallkoffer für Unternehmer“ sollte folgendes beinhalten: Geschäftsführerverträge, Gesellschaftsvertrag, Arbeitsverträge, Versorgungszusagen im Rahmen betrieblicher Altersversorgung, Vollmachten, Informationen zu Kunden und Lieferanten, Status aktueller Projekte, Passwörter und Schlüsselverzeichnisse, Übersicht der Bankverbindungen, Organigramm, Vertretungsplan, Liste wichtiger Ansprechpartner.

Markus Fechter von der R+V Versicherung stellte zu Beginn seines Vortrags zur Pflegevorsorge folgende Frage ans Publikum: „Was glauben Sie, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Ehepaar, entweder die Frau oder der Mann, ein Pflegefall wird? Und die Antwort, die er gibt, überrascht: „Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 95 Prozent“, so der Vorsorgeexperte. Und bei den hohen Kosten für einen Platz im Pflegeheim, in Böblingen liegt der Eigenanteil aktuell je nach Pflegegrad durchschnittlich bei 3700 Euro, lohne sich eine Pflegezusatzversicherung „auf jeden Fall“, so Markus Fechter.

Info: Am Donnerstag, 29. Januar geht im Marriott Hotel Sindelfingen (Mahdentalstraße 68) von 15 bis 21 Uhr die Veranstaltung „Alles geregelt“ von Röhm-Medien über die Bühne. Dabei stehen bei einem vielfältigen Vortragsprogramm die Themen Vorsorge und Prävention im Fokus. Da die Plätze im Vortragsraum begrenzt sind, wird eine Anmeldung unter veranstaltung.szbz.de empfohlen. Auf der Anmeldeseite findet man auch Informationen zu den Vorträgen.