

Kreis Böblingen. Nach jahrelangen Diskussionen und politischen Auseinandersetzungen ist ein entscheidender Schritt getan: Der Planfeststellungsbeschluss für den Pfaffensteigtunnel liegt vor. Damit ist der Bau des rund elf Kilometer langen Tunnels genehmigt, der künftig den Flughafen Stuttgart direkt mit der Gäubahn bei Böblingen verbinden soll.
Im Landkreis Böblingen ist die Erleichterung groß. Landrat Roland Bernhard spricht von einem „entscheidenden Meilenstein“ und vom Lohn für einen langen Einsatz zugunsten der Region. Mit dem Pfaffensteigtunnel werde die direkte Anbindung der Gäubahn an den Flughafen und den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof Realität. „Das ist ein guter Tag für den Landkreis Böblingen“, betont Bernhard. Der Tunnel sichere langfristig eine schnelle und attraktive Verbindung auf einer der wichtigsten Bahnmagistralen im Südwesten.
Der Weg bis zur Genehmigung war jedoch steinig. Noch im vergangenen Jahr musste laut Bernhard intensiv um eine verbindliche Finanzierung gerungen werden – keine Selbstverständlichkeit angesichts eines Investitionsvolumens von nahezu zwei Milliarden Euro. Entsprechend dankt der Landrat den Bundestagsabgeordneten, die sich in den Haushaltsberatungen für die Interessen der Region eingesetzt haben.
Besonders wichtig ist aus Sicht des Landkreises ein weiterer Punkt: Der Fernverkehrshalt in Böblingen bleibt dauerhaft erhalten. Frühere Planungen hatten dessen Wegfall vorgesehen. „Der IC-Halt in Böblingen war für uns niemals verhandelbar“, macht Bernhard deutlich. Der Erhalt sei bereits beim Gäubahn-Gipfel 2022 im Landratsamt festgeschrieben worden. Für den Wirtschaftsraum Böblingen/Sindelfingen sei eine direkte Anbindung an den Fernverkehr unverzichtbar – nun sei die aus Sicht des Landkreises beste Lösung gesichert.
Lob äußert der Landrat zudem in Richtung Deutsche Bahn. Die Planungen seien zügig vorangekommen, auch die vorgesehene Bauweise mit modernen Tunnelvortriebsmaschinen verspreche einen vergleichsweise schnellen Baufortschritt.
Trotz aller Zufriedenheit richtet sich der Blick bereits auf die nächste Herausforderung: die während der Bauzeit geplante Unterbrechung der Gäubahn in Stuttgart-Vaihingen. Bernhard fordert, diese so spät wie möglich anzusetzen und zeitlich strikt zu begrenzen. Da sich die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 weiter verzögere, müsse auch die Kappung der Gäubahn entsprechend nach hinten verschoben werden. „Zudem erwarte ich, dass die Unterbrechung auf maximal fünf Jahre begrenzt wird“, so der Landrat.
Mit dem Planfeststellungsbeschluss ist nun der Weg frei – doch bis der erste Zug durch den Pfaffensteigtunnel fährt, bleiben noch wichtige Weichen zu stellen.




