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Großprojekt der Bahn

Pfaffensteigtunnel: Bahn lädt Städte zum Begleitgremium ein

Böblingen und Sindelfingen befürchten massive Belastungen für Verkehr, Umwelt und Anwohner während der Bauzeit und hatten deshalb Stellungnahmen verfasst.
Von Isabell Gospodarczyk
Der Pfaffensteigtunnel beginnt ungefähr auf Höhe der Anschlussstelle Sindelfingen-Ost.

Der Pfaffensteigtunnel beginnt ungefähr auf Höhe der Anschlussstelle Sindelfingen-Ost.

Bild: Bahnprojekt Stuttgart-Ulm

Böblingen. Bewegung in Sachen Pfaffensteigtunnel: „Die Schreiben zeigen Wirkung“, verkündete Böblingens Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dr. Clarissa Freundorfer, die Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, habe zu einem Begleitgremium eingeladen, um die von den Anrainerkommunen adressierten Themen zu besprechen.

Massive Beeinträchtigungen für Anwohner, Umwelt und Verkehr: Das befürchten Böblingen und Sindelfingen während der Bauzeit des elf Kilometer langen Eisenbahntunnels. Das Bauwerk wird ungefähr auf Höhe der Anschlussstelle Sindelfingen-Ost entstehen, kurz nach der S-Bahn-Haltestelle Goldberg. Die Bauarbeiten könnten erhebliche Einschränkungen mit sich bringen: Straßen- und S-Bahn-Verbindungen könnten zeitweise gesperrt sein, da Bahnbrücken erneuert werden. Deshalb haben beide Stadtverwaltungen vergangenes Jahr Stellungnahmen beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht, in denen sie ihre Bedenken formuliert haben.

In einem halbjährlichen Zusammenkommen des Begleitgremiums soll informiert und Raum für Fragen gegeben werden, berichtete Dr. Stefan Belz. Für Belz sei das aber noch zu wenig: Er brachte seinen Wunsch zum Ausdruck, dass die Stadt ihre Aspekte einbringen kann. Im April ist der erste Termin: „Da werden wir teilnehmen und unsere Positionen bekräftigen“, so Belz.

Forderung nach Bauzeitenplan

CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Thorsten Breitfeld begrüßte die Einladung der DB. „Ziel wäre es, einen Bauzeitenplan zu bekommen, damit wir das Ganze in seinem gesamten Ablauf einordnen können und wissen, wann mit Unterbrechungen zu rechnen ist.“ Ein solcher Plan fehle bislang. Die Forderung nach dem Bauzeitenplan will Belz aufgreifen.

Einen Überblick zum Pfaffensteigtunnel gibt es hier.

Seit Januar liegt die Baugenehmigung für den Pfaffensteigtunnel vor. Der elf Kilometer lange Eisenbahntunnel wird den Stuttgarter Flughafen-Fernbahnhof mit der bestehenden Strecke auf Höhe der Autobahn-Anschlussstelle Sindelfingen-Ost verbinden. Dieses Projekt soll ermöglichen, dass Fahrgäste von Böblingen in nur sieben Minuten den Flughafen erreichen können. Die Planung ist in zwei Abschnitte unterteilt: PFA 1 umfasst den bergmännisch herzustellenden Teil, PFA 2 den in offener Bauweise zu errichtenden Teil des Tunnels, der an den bergmännischen Teil anschließt und etwa 300 Meter lang ist. Dazu gehören die oberirdischen Streckenabschnitte bis zur S-Bahn-Station Goldberg. 

Die Auswirkungen auf den Kreis Böblingen dürften anfangs noch gering sein. Anfang Februar haben die Erdarbeiten auf der Baustelleneinrichtungsfläche nördlich des Flughafens Stuttgart begonnen. 2032 soll der Tunnel fertig sein.