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Zugverkehr

Pfaffensteigtunnel: „Wir brauchen eine wasserdichte Zusage im Bundestag“

Der Böblinger Landrat Bernhard appelliert an Abgeordnete, Finanzierung des Pfaffensteigtunnels jetzt verbindlich zu sichern.

Von Peter Maier
Die Zukunft der Gäubahn ist weiterhin unklar.

Die Zukunft der Gäubahn ist weiterhin unklar.

Bild: z

Kreis Böblingen. Der Haushaltsentwurf 2026 des Bundes enthält erstmalig 1,69 Milliarden Euro für den Pfaffensteigtunnel – ein Erfolg, für den sich der Landkreis Böblingen seit Jahren eingesetzt hat. Landrat Roland Bernhard begrüßt, dass seine Forderung nach einer verbindlichen Finanzierung inzwischen breit unterstützt wird, aber appelliert: „Die Aufnahme dieses Schlüsselprojekts in den Haushaltsentwurf ist ein Meilenstein, aber noch kein Durchbruch. Erst wenn der Bundestag den Haushalt beschlossen hat und die Deutsche Bahn die Mittel fest einplanen kann, besteht Verlässlichkeit und echte Planungssicherheit.“

Brief an die Abgeordneten

Landrat Bernhard hat sich deshalb am Freitag mit einem Schreiben an die örtlichen Bundestagsabgeordneten des Landkreises gewandt: „Ich wende mich an Sie mit der dringenden Bitte, sich im Rahmen der kommenden Beratungen zum Bundeshaushalt für die Absicherung dieses wichtigen Infrastrukturprojekts einzusetzen, damit 2026 wie geplant mit dem Bau begonnen werden kann“.

Der rund elf Kilometer lange Pfaffensteigtunnel verbindet Böblingen mit dem Flughafen und dem neuen Stuttgarter Hauptbahnhof. Er ermöglicht deutlich kürzere Reisezeiten, entlastet die S-Bahn und entkoppelt Nah- und Fernverkehr. „Das Projekt ist von herausragender Bedeutung für die Gäubahn-Anrainer und die Mobilität im ganzen Süden Baden-Württembergs – bis nach Zürich“, so Bernhard.

„Die Gäubahn wird 2027 in Stuttgart-Vaihingen gekappt, damit Stuttgart 21 fertiggestellt werden kann“, erinnert der Landrat. „Wenn der Pfaffensteigtunnel 2032 in Betrieb geht, bedeutet das fünf Jahre gravierende Einschränkungen für Pendlerinnen und Pendler. Längere Verzögerungen darf es nicht geben – darum muss die Finanzierung jetzt unangreifbar gesichert sein.“

Die andere Sicht

Dazu äußert sich der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel (Grüne) aus Filderstadt: „Die beiden Kollegen aus der CDU verschweigen, dass sie ein Problem lösen wollen, das noch verhindert werden kann. Der Bau des Tunnels ist ein extrem teures und wirtschaftlich fragwürdiges Vorhaben. Die Notwendigkeit entsteht erst dadurch, dass die Gäubahn vom Hauptbahnhof abgekoppelt werden soll. Das ließe sich verhindern und damit auch die Notwendigkeit, einen teuren Tunnel zu bauen.“