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Spenden-Annahme am Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Sindelfingen: „Helfen statt Hamstern“ sammelt für Erdbeben-Opfer in der Türkei

In Sindelfingen nehmen rund 30 Helfer am Sonntag von 10 bis 17 Uhr in der Mahdentalstraße 44/1 dringend benötigte Hilfsgüter an.
Von Dirk Hamann
Verzweifelt suchen Helfer im von den verheerenden Erdbeben getroffenen Region in der Türkei in Schutthaufen nach Überlebenden. Eine Spendenaktion in Sindelfingen soll jetzt dazu beitragen, das Leid der Menschen im Katastrophengebiet zu lindern. Bild: picture alliance / AA | Rauf Maltas

Verzweifelt suchen Helfer im von den verheerenden Erdbeben getroffenen Region in der Türkei in Schutthaufen nach Überlebenden. Eine Spendenaktion in Sindelfingen soll jetzt dazu beitragen, das Leid der Menschen im Katastrophengebiet zu lindern. Bild: picture alliance / AA | Rauf Maltas

Sindelfingen. Am frohen Montagmorgen erschütterte ein verheerendes Erdbeben der Stärke 7,7 mit Epizentrum im südtürkischen Kahramanmaras die Südosttürkei und den Norden Syriens. Wenig später folgte weiteres Beben der Stärke 7,5. Laut Angaben der türkischen Katastrophenschutzbehörde Afad waren in dem Gebiet bis Donnerstagvormittag 16 000 Todesopfer und 63 000 Verletzte zu beklagen. Mehr als 6400 Häuser sind eingestürzt. Bis zu 23 Millionen Menschen könnten nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation von den Auswirkungen des Erdbebens betroffen sein.

Die Bilder und Nachrichten aus dem Katastrophengebiet sind schwer zu verdauen. Wo am Sonntag noch Häuser standen, liegt alles in Trümmern. Helfer suchen in Schutthaufen verzweifelt nach Überlebenden, Menschen, die obdachlos geworden sind, frieren angesichts winterlicher Temperaturen auf den Straßen. Es fehlt an allem. An isolierten Zelten, warmer Kleidung, Verbandszeug, Babynahrung oder Hygieneartikeln.

Ilhan Salik bringt Hilfsaktion ins Rollen

Als die fünf Verantwortlichen von „Helfen statt Hamstern“, eine der Sindelfinger Initiative, die nach Ausbruch des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im vergangenen Jahr über Monate hinweg die größte ehrenamtliche Hilfsaktion Deutschlands für die in Not geratenen Menschen in der Ukraine auf die Beine stellten, war gleich am Montag klar, dass sie auch für die Erdbeben-Opfer in der Türkei eine Spenden- und Sammelaktion starten wollen. (mehr zur Ukraine-Hilfe von "Helfen statt Hamstern" lesen Sie hier) „Allerdings hatten wir alle im Vorstand das Problem, das momentan keiner von uns wegen des Berufs oder des Studiums Luft hat, diese große und zeitintensive Aufgabe zu stemmen“, so Maximilian Reinhardt, der selbst als Jura-Student gerade für das 1. Staatsexamen büffelt. Das zweite Problem, für das die Macher von „Helfen statt Hamstern“ zunächst keine Lösung parat hatten: Die Klosterseehalle, die für die Ukraine-Hilfe als Sammelstelle diente, ist zurzeit belegt und nicht nutzbar.

Mitten in die Überlegungen, wie „Helfen statt Hamstern“ trotzdem etwas für die Not leidenden Menschen im Erdbebengebiet auf die Beine stellen könnte, meldete sich Ilhan Salik, der wie FDP-Stadtrat Maximilian Reinhardt im Stadtverband der Partei aktiv ist und fragte nach, ob die FDP nicht eine Sammelaktion durchführen könnte. Der Sindelfinger Unternehmer bot an, eine Lagerhalle in der Mahdentalstraße als Sammelstelle nutzen zu können, zusammen mit seinem Bruder und Mit-Inhaber der Salik Holding Ufkun Salik stellte er den Kontakt zum türkischen Außenministerium und zum Konsulat in Stuttgart her, wo offene Fragen zum Transport von Hilfsgütern ins Erdbebengebiet beantwortet wurden. Unterm Strich schufen die beiden Brüder unverzichtbare Rahmenbedingungen für das Hilfsprojekt, so Maximilian Reinhardt. „Erfahrene Helfer haben wir ja genug, die wir dafür aktivieren können“, sagt er. „Und dazu hilft unser großes Netzwerk auch, die Sammelaktion aktiv zu bewerben.“

Gesammelt wird in der Mahdentalstraße

Spenden gesammelt werden jetzt am Sonntag von 10 bis 17 Uhr in einer Lagerhalle in der Mahdentalstraße 44/1. Für die Annahme von Spenden im Einsatz sein werden rund 30 Mitstreiter von „Helfen statt Hamstern“, dazu kommen Mitglieder des FDP-Stadtverbands, so Maximilian Reinhardt. Direkt nach Annahmeschluss wolle man die gesammelten Hilfsgüter ordentlich sortieren, gut verpacken und schnellstmöglich auf die Reise schicken. „In die Türkei verfrachtet werden die Spenden mit der Turkish Airlines – die übernimmt den Transport kostenlos“, erklärt Maximilian Reinhardt. „Alles ist organisiert. Jetzt hoffen wir auf eine große Spendenbereitschaft – die Menschen in der Türkei brauchen unsere Hilfe.“

Informationen zur Spendendaktion auf einen Blick

Die Sindelfinger Initiative „Helfen statt Hamstern“ und der FDP-Stadtverband Sindelfingen führen am Sonntag, 12. Februar, gemeinsam eine Sammelaktion für die Erdbebenopfer in der Türkei durch. Spenden werden von 10 bis 17 Uhr in einer Lagerhalle der Firma Salik Holding in der Mahdentalstraße 44/1 in Sindelfingen angenommen. Parkmöglichkeiten gibt es im Hof der Firma, vor Ort wird ein Hinweisschild angebracht.Gebraucht werden: warme Decken, Zelte, Generatoren, Erste-Hilfe-Kästen, Verbandsmaterial, Stromheizer, Hygieneartikel, haltbare Babynahrung, Winterbekleidung (in neuwertigem Zustand). Sachspenden sollten möglichst nach den genannten Kategorien sortiert und beschriftet sowie am besten in Kartons oder Müllsäcken mitgebracht werden. Geldspenden an „Helfen statt Hamstern“ sollen darüber hinaus eingesetzt werden, um bedarfsgerecht Generatoren und andere dringend benötigte Hilfsgüter einzukaufen, die wie die Sachspenden über das Generalkonsulat der Türkei ins Katastrophengebiet transportieren werden sollen. Geldspenden können unter dem Verwendungszweck „Erdbebenhilfe“ an folgendes Konto überwiesen werden:Förderverein der Initiative **„Helfen statt Hamstern“**DE85 6035 0130 0001 1107 24 Kreissparkasse Böblingen(BLZ 60350130, Konto 1110724)Infos unter wwww.helfen-statt-hamstern.de im Internet.