Von unserem Mitarbeiter Peter Maier · 06.09.2019

Der Honig, der vom Dach kommt

Böblingen: Die 5. Ernte vom Dach des Landratsamts ist eingefahren

Seit mittlerweile 5 Jahren ist Landrat Roland Bernhard Herr über rund 80.000 kleine, geflügelte Mitarbeiterinnen. 2015 wurden zwei Bienenvölker auf der Dachterrasse vor dem Kleinen Sitzungssaal, hoch über den Dächern Böblingens, angesiedelt. In diesem Jahr konnte zum 5. Mal geerntet werden.

„Jedes Jahr freue ich mich über meine bienenfleißigen Mitarbeiterinnen“, so Bernhard. „Der Honig des Landrats ist nicht nur ein beliebtes Geschenk, sondern in erster Linie ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz, den wir mit diesem tollen Projekt leisten.“ Bei der diesjährigen Ernte kamen wieder rund 35 Kilogramm des süßen Endprodukts zusammen. Das gibt eta 70 Gläser à 250 Gramm.


Bienen seien als sogenannte „Schlüsseltiere“ unverzichtbar für Natur und Umwelt. Deshalb, so der Landrat, sei es wichtig, deren wichtige Bestäubungsleistung zu unterstützen. „Jeder kann einen Beitrag leisten, ob eigener Garten oder kleiner Balkonkasten“, warb Bernhard. „Mit nektarspendenden Blühpflanzen ist sichergestellt, dass alle Bestäubungsinsekten das ganze Jahr über Nahrung finden. Wer etwas Positives für die Honigbienen tut, fördert gleichzeitig die vielen anderen blütenabhängigen Insektenarten.“ Letztere haben Unterstützung nötig, denn deren Bestände schwinden. Bei den Honigbienen helfen die Imker durch laufende Völkernachzucht.


Für die Landkreisbienen ist die Saison bald zu Ende. „Wir haben die mit Honig gefüllten Waben entnommen und ausgeschleudert. Jetzt werden die Völker mit Zuckerwasser aufgefüttert und so mit ausreichend Futtervorrat winterfest gemacht“, so Manfred Nuber, Fachberater für Obst und Gartenbau und zuständig für das Wohlergehen der Bienen. Manfred Nuber betreut nicht nur die „Landkreis-Bienen“, er hat selbst auch Bienen auf seinem Hof in Weil der Stadt-Schafhausen und setzt sich für blühende Flächen in den Städten und Dörfern ein.


„Wenn immer mehr Menschen darauf achten, dass und was sie anpflanzen, kommt das neben den Bienen auch anderen Bestäubern wie Hummeln und Wildbienen zugute. Denn in der freien Natur finden Bienen ab Juni, wenn der Frühling vorbei ist, nicht mehr viel Nahrung.“ Im Siedlungsbereich, in Gärten und Parks, sieht das anders aus. Deshalb auch die Idee, Bienen in eben diesem Siedlungsbereich, zum Beispiel auf dem Dach des Landratsamts anzusiedeln. Mit einem Flugradius von bis zu zwei Kilometern decken sie einen guten Teil des Stadtbereiches ab.