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Stadtgespräch bei Regio TV

„Wir müssen das Beste aus der Situation machen, um Sindelfingen zukunftsfähig zu halten“

TV-Tipp: Große Aufgaben liegen vor Sindelfingens neuem Oberbürgermeister Markus Kleemann und seiner Verwaltung und dem Gemeinderat. Vor allem die Finanzen bereiten Kopfzerbrechen.
Von Hans-Jörg Zürn
Seit dem 1. August 2025 ist Markus Kleemann (rechts) Oberbürgermeister der Stadt Sindelfingen. Was er in den ersten Monaten erlebt und auf den Weg gebracht hat, berichtet er im Stadtgespräch Böblingen mit Hans-Jörg Zürn (Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung)

Seit dem 1. August 2025 ist Markus Kleemann (rechts) Oberbürgermeister der Stadt Sindelfingen. Was er in den ersten Monaten erlebt und auf den Weg gebracht hat, berichtet er im Stadtgespräch Böblingen mit Hans-Jörg Zürn (Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung)

Bild: Regio TV

Sindelfingen. Knapp 6 Monate ist Markus Kleemann Oberbürgermeister der Stadt Sindelfingen. Im Stadtgespräch Böblingen auf Regio TV zieht er ein Fazit seiner ersten Monate und schaut auf aktuelle Großprojekte wie die Sanierung des Badezentrums oder die Bebauung des Post-Volksbank-Areals.

Wie haben Sie sich eingelebt?

Markus Kleemann: „Wir sind richtig gut gestartet. Themen wie Bildung oder Badezentrum sind auf dem Weg. Ich fühle mich sehr wohl, es herrscht gute Stimmung in Verwaltung und Gemeinderat. 7 große Schulprojekte wie die Sanierung von Sporthallen oder neue Fachräume etwa für Chemie und Physik laufen. Dazu planen wir ein Zentrum für Bildung, Medien und Kunst, wo wir die Bibliothek und die Galerieeinbeziehen.“

Das Badezentrum wird jetzt auch neu gedacht, warum?

Markus Kleemann: „Die Diskussionen laufen schon sehr lange. Viele Menschen haben neue Überlegungen gefordert. So macht beim Badezentrum zum jetzigen Zeitpunkt ein Bürgerentscheid keinen Sinn. Ein großes Bad für 120 Millionen Euro wäre zu teuer, das können wir uns nicht leisten. Wir wollen es aber auf jeden Fall erhalten. Nur zu sanieren würde aber auch 43 Millionen Euro kosten, was nicht wirtschaftlich zu machen ist bei geschätzten jährlichen Folgekosten von 5 Millionen im Jahr. Jetzt planen wir 2 neue Varianten. Wenn es nach mir geht, entscheidet der Gemeinderat zeitnah darüber.“

Auch das Post-Volksbank-Areal soll neu geplant werden, was stellen Sie sich hier vor?

Markus Kleemann: „Hier ist von vielen an mich herangetragen worden, dass ein Hochhaus an dieser Stelle nicht gewünscht wird, sondern eher ein großer Platz mit richtiger Grünfläche und hoher Aufenthaltsqualität. Dort ist viel durch bürgerschaftliches Engagement entstanden. Das soll bleiben, dafür braucht es aber Fläche.“

Die Finanzen sind jedoch angespannt, weniger Gewerbesteuer und ein großer Sanierungsstau stecken den Rahmen ab, Wie wollen Sie das lösen?

Markus Kleemann: „Der Sanierungsstau beträgt rund 900 Millionen Euro in den nächsten Jahren. Das ist sehr viel. Auf der anderen Seite haben wir eine schwierige Haushaltssituation. So musste die Stadt in den letzten 12 Monaten rund 170 Millionen Euro Gewerbesteuer zurückzahlen. Wir müssen aber weiterhin in zentrale Bereiche investieren, um zukunftsfähig zu sein. Das wird schwierig, da diese strukturelle Krise, die nicht in wenigen Monaten vorbei sein wird. Aber es hilft nichts, wir müssen das Beste aus der Situation machen. Dazu gehört beispielsweise auch, die Innenstadt belebt zu halten und sie gleichzeitig baulich zu verbessern etwa an der Unteren Planie mit einem Tor zur Altstadt.“

Info

Das ganze Stadtgespräch Böblingen mit Markus Kleemann gibt es heute Abend ab 18 Uhr bei Regio TV und in Kürze auch auf szbz.de