Menü
Sie SZ/BZ-Montagsgrafik

Bierkastenpromenade von Böblingen nach Berlin

Zum 10. Geburtstag der Wiederauflage des Brot- und Butterbiers: Wie viel Jäger Spezial ist aus der Schönbuchbraumanufaktur seit Jahr 2016 geflossen?
Von Jürgen Wegner
In zehn Jahren kommt ganz schön was zusammen

In zehn Jahren kommt ganz schön was zusammen.

Bild: Notebooklm/Wloka

Böblingen. Ein launiges Fest feierte die Schönbuch Braumanufaktur letzte Woche. Rund 40 Jahre lang war eine alte Flasche Jäger Spezial in den Wänden des Böblinger Kinos eingemauert. Bauarbeiter entdeckten sie im August 2016 beim Kinoumbau. Brauerei-Chef Werner Dinkelaker ließ sie wieder aufleben. Und jetzt feierte es seinen zehnten Geburtstag (die SZ/BZ berichtete).

Doch was ist eigentlich in der Zwischenzeit passiert? Die „Halbe“, wie der Schwabe sagt, hat ein kleines Schwesterchen bekommen. Ganz Eilige mit schnellem Durst kommen mit der Drittelliter-Größe ziemlich gut klar, und auch für diejenigen, denen ein großes Bier zu viel ist – Bayern haben da ganz andere Maß-Einheiten –, sind die kleinen Fläschchen eine gute Wahl. Den nächsten Zuwachs gab es mit dem kleinen Alkoholfreien, und im April soll es den Jäger ohne Stoff auch in der größeren 0,5-Liter-Flasche geben.

Einfach zwei Nullen dran

In all den Jahren hat sich also schon was entwickelt. Aber wie viel Jäger Spezial ist in der Zeit geflossen? Die SZ/BZ-Montagsgrafik schlüsselt es auf. 122.936 Hektoliter, sagen die Braumeister. Alle anderen haben das lieber in Literangaben, weil man diese Größen von Supermärkten oder Volksfesten eher gewohnt ist. Eine kleine Rechenhilfe: einfach zwei Nullen dranhängen, dann passt das schon.

Nichts verpassen mit dem SZ/BZ-Whatsapp-Kanal

Zwanzig 0,5-Liter-Flaschen passen in einen üblichen Bierkasten. Lässt man handbreit Platz, um sie zu tragen oder hinzustellen, kommt man damit grob von Böblingen nach Berlin. 1,2 Millionen Bierkästen wären das. Zurückgerechnet von der Hauptstadt ins Schwabenland: 24,5 Millionen „Halbe“ Jäger Spezial haben die Braumanufaktur verlassen.

Wäre das alles in Böblingen geblieben, dann hätte es für jeden Einwohner vom Greis bis zum Säugling für 235 Liter oder 470 Flaschen gereicht, und es wäre noch genügend übrig für eine ziemlich große Party.

Was für ein Rausch!

Bei diesen Zahlen kann es einem schon mal schummrig werden. Apropos: Glaubt man dem guten alten Herrn Aristoteles, dann kommt man beim Bier vergleichsweise gut davon. Der antike griechische Philosoph hatte einst ganz gewissenhaft und zu Forschungszwecken verschiedene Rauschzustände untersucht. Seine (Selbst-)Beobachtung: Während zu viel Weingenuss ein Stürzen nach allen Seiten verursacht, führt übermäßiger Biergenuss dazu, dass Menschen in erster Linie nach hinten stürzen. Na, wenn das so ist: Prosit.