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Razzia

Ehemaliger Formel-1-Fahrer in Sindelfingen verhaftet

Vorgeworfen werde dem 42-jährigen Adrian Sutil gemeinschaftlicher Betrug im besonders schweren Fall und gemeinschaftliche Unterschlagung.
Von Karlheinz Reichert
Vorgeworfen wird dem 42-jährigen Adrian Sutil offenbar gemeinschaftlicher Betrug im besonders schweren Fall und gemeinschaftliche Unterschlagung.

Vorgeworfen wird dem 42-jährigen Adrian Sutil offenbar gemeinschaftlicher Betrug im besonders schweren Fall und gemeinschaftliche Unterschlagung.

Bild: Danny Elskamp / Adobe Stock (Symbolbild)

Sindelfingen. Der ehemalige Formel-1-Fahrer Adrian Sutil wurde bei einer international angelegten Razzia in einer Wohnung in Sindelfingen verhaftet. Das berichteten über das Wochenende mehrere Medien wie NTV, T-Online, Focus online, mehrere Motorsport-Magazine, aber auch die österreichische Kronenzeitung. Ein Großteil berief sich dabei auf einen Bericht der Bild-Zeitung. Inzwischen gibt es auch im Internet-Lexikon Wikipedia den Eintrag: „Am 27. November 2025 vollstreckte die Staatsanwaltschaft Stuttgart einen Haftbefehl gegenüber Adrian Sutil.“

Vorgeworfen werde dem 42-Jährigen gemeinschaftlicher Betrug im besonders schweren Fall und gemeinschaftliche Unterschlagung. Zeitgleich sollen die Ermittler die Anwesen des Ex-Rennfahrers in Monaco, in der Schweiz und in Sindelfingen durchsucht haben, um Beweise zu sichern. In Sindelfingen soll Sutil am Donnerstagvormittag durch Beamte des Stuttgarter Landeskriminalamtes festgenommen worden sein. Es soll bereits ein Haftbefehl gegen ihn vorgelegen haben, den der Stuttgarter Haftrichter in Vollzug setzte, sodass Sutil direkt in ein Gefängnis gebracht wurde.

Vom Kart in die Formel 1

Der Ex-Rennfahrer soll in der Schweiz und in Monaco mit Luxus-Autos gehandelt haben. Ob die Razzia und die Festnahme damit in Verbindung stehen, hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart bislang nicht bestätigt.

Als 13-Jähriger begann Adrian Sutil mit dem Kartsport und galt schnell als großes Talent. In der Klasse ICA wurde er Deutscher Juniorenmeister. Über die Formel BMW kam er in die Formel 3. Dort gewann er einige Rennen, verlor aber bei ASM Formule 3 das teaminterne Duell gegen den inzwischen siebenmaligen Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton. Er wechselte 2006 das Team und in die japanische Formel-3-Meisterschaft, in der er fünf Rennen und die Gesamtwertung gewann.

Dies war der Türöffner für die Formel 1. Für die Teams Spyker, Force India und Sauber startete er zwischen 2007 und 2014 in 128 Rennen, schaffte es mit den unterlegenen Autos aber nie unter die besten Drei. Er ist damit der Rennfahrer mit den meisten Rennen in der Formel-1-Geschichte, der nie auf dem Podest stand. Nach einem Jahr (2015) als Ersatzfahrer beendete er seine Karriere. Sein bestes Ergebnis fuhr er 2009 mit Platz vier in Monza heraus.

Adrian Sutil wurde bereits einmal rechtskräftig verurteilt. Das Amtsgericht München verdonnerte ihn im Januar 2012 wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 200.000 Euro. Er hatte 2011 beim Großen Preis von China in Shanghai den Luxemburger Eric Lux, Teilhaber von Genii Capital – der Investmentfirma gehörte das Renault-Team – mit einem abgebrochenen Sektglas am Hals verletzt. Sutils Darstellung, das sei bei der Auseinandersetzung versehentlich passiert, nahm ihm das Gericht nicht ab.