Florian Wahl kritisiert die Landesregierung für die Mobilfunkversorgung im Kreis Böblingen
Kreis Böblingen. Der Böblinger SPD-Landtagsabgeordnete Florian Wahl übt scharfe Kritik an der Darstellung der Landesregierung, die Mobilfunkversorgung im Landkreis Böblingen sei „überdurchschnittlich gut“. Anlass ist die Antwort auf eine Kleine Anfrage Wahls, deren Zahlen, so der Abgeordnete, stünden in frappierendem Widerspruch zur Realität im Kreis.„Wer sich selbst derart auf die Schulter klopft, war offensichtlich noch nie im Landkreis Böblingen unterwegs“, so Wahl. „Es genügt nicht, mit wohlklingenden Durchschnittswerten zu glänzen, während einzelne Kommunen massive Lücken aufweisen. Dieses Selbstlob ist unglaubwürdig, denn die Lebensrealität der Menschen sieht Tag für Tag anders aus.“
Tatsächlich zeigt die detaillierte Auswertung erhebliche Defizite: Nur 9 von 26 Städten und Gemeinden verfügen über eine vollständige 4G-Abdeckung – darunter Bondorf, Deckenpfronn oder Holzgerlingen. Bei 5G sieht es noch schlechter aus: Nur 5 von 26 Kommunen erreichen eine vollständige Versorgung (Bondorf, Mötzingen, Nufringen, Renningen und Jettingen). Wahl betont: „Wenn fünf Gemeinden zu 100 Prozent versorgt sind, dann bedeutet das eben auch: In 21 Gemeinden ist es nicht der Fall. Von einem „sehr hohen Niveau“ kann schlicht keine Rede sein.“
Altdorf ist beonders betroffen
Hinzu kommen erhebliche graue Flecken, also Gebiete, die nur von einzelnen Netzbetreibern, aber nicht von allen versorgt werden. Besonders betroffen sind Altdorf (41,99 Prozent), Hildrizhausen (40,06 %) und Gärtringen (22,12 %). „Wenn in Altdorf nahezu jede zweite Fläche ein grauer Fleck ist, handelt es sich nicht um ein Randproblem, sondern um ein strukturelles Versäumnis“, so Wahl.
Auch weiße Flecken, also Bereiche mit gar keiner mobilen Breitbandversorgung, treten in 15 von 26 Kommunen auf. In Altdorf betreffen sie über 13 Prozent der Fläche, in Herrenberg knapp 9 Prozent, in Gärtringen fast 3 Prozent. Selbst Funklöcher bestehen weiterhin, unter anderem in Herrenberg.
Florian Wahl: „Die Landesregierung spricht beschwichtigend von „punktuellen Nachverdichtungen“. Aber die Zahlen zeigen klar: Es mangelt in der Fläche an einer konsequenten Ausbauplanung. Das Problem ist eben nicht punktuell, sondern flächendeckend.“
Zudem sei erstaunlich, dass das Land einerseits keine besonderen Hindernisse im Kreis erkenne, andererseits aber einräumen müsse, zu den Ausbauplänen der Netzbetreiber kaum eigene Kenntnisse zu haben. Zwar seien 61 Maßnahmen angekündigt. Konkrete Informationen dazu liegen dem Land jedoch nicht vor. „Eine Landesregierung, die auf die Eigeninitiative der Mobilfunkanbieter verweist, macht sich zum Zaungast der Digitalisierung“, kritisiert Florian Wahl. „Vielleicht solltenVertreter der Landesregierung einfach einmal durch den Schönbuch fahren, dann wüssten sie sehr genau, wie es um die Mobilfunkversorgung im Landkreis Böblingen steht.“
Wahl fordert verbindliche Ausbaupläne, klare Verantwortlichkeiten und ein deutlich stärkeres Engagement des Landes: „Wer Digitalisierung ernst meint, gestaltet sie aktiv. Die Menschen haben ein Recht auf eine verlässliche und flächendeckende Mobilfunkversorgung. Die Landesregierung muss das endlich zur Chefsache machen.“

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